Steuerbegünstigungen für Elektro-KFZ

10. September 2020 | Lesedauer: 4 Min.

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Elektro-KFZ: Mehr als 50% Kosteneinsparungen für Unternehmer. Elektrofahrzeuge als Sachbezug mit Mobilitätsförderung und Investitionsprämie

Die Richtlinien zum Investitionsprämiengesetz wurden am 12. August 2020 vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort publiziert. Mit der Investitionsprämie erhalten Unternehmer an österreichischen Standorten eine Förderung für materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen, wenn erste Maßnahmen zwischen 1. August 2020 und 28. Februar 2021 in das abnutzbare Anlagevermögen gesetzt werden. Ein Förderantrag kann seit 1. September 2020 bis spätestens 28. Februar 2021 gestellt werden.

Die Prämie beträgt für Neuinvestitionen grundsätzlich 7 % (Solange das Budget reicht). Bei Neuinvestitionen in die Bereiche Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit/Life-Science hingegen beträgt die neue Investitionsprämie 14 %. Unter die Forcierung der Elektromobilität der Investitionsmaßnahmen der „Ökologisierung“ fallen folgende Maßnahmen:

  • Anschaffung von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb und Brennstoffzellenfahrzeuge (mit Einschränkungen, siehe unten) sowie E-Sonderfahrzeuge wie bspw. E-Stapler, E-Baumaschinen etc.
  • Anschaffung von Elektro-Fahrrädern und Fahrrädern
  • Errichtung von E-Ladestellen (Standsäule bzw. Wallbox), an denen ausschließlich Storm aus erneuerbaren Energieträgern als Antriebsenergie für Elektrofahrzeuge erhältlich ist.

Bei durch Leasing finanzierte Neuinvestitionen ist zu beachten, dass lediglich beim antragstellenden Unternehmen aktivierte Investitionen förderfähig sind.

Förderungsfähige Elektroantrieb und Brennstoffzellenfahrzeuge

Grundsätzlich ist die Anschaffung (und eine allfällige Umrüstung) von Fahrzeugen mit einem reinen Elektrobetrieb und Brennstoffzellenfahrzeuge aller Fahrzeugkategorien (einspurige und mehrspurige Fahrzeuge) förderfähig.

Fahrzeuge der Klasse N1 (mit einem höchst zulässigen Gesamtgewicht < 2t) sowie Fahrzeuge der Klasse M1 (ausgenommen zugelassene E-Busse) sind nur dann förderfähig, wenn deren Brutto-Listenpreis (Basismodel ohne Sonderausstattung) 60.000 Euro nicht übersteigt. Diese Anforderungen erfüllen u.a. die folgenden Elektro-Fahrzeuge: Audi e-tron, BMW i3, Kia e-Niro, Renault Zoe, Tesla Model 3.

Werden die oben genannten Kriterien nicht erfüllt, so kann für die Anschaffung uE keine Förderung (auch keine 7%ige Prämie) beantragt werden.

Weitere Steuererleichterung für Elektro-Fahrzeuge

Reine Elektro-Fahrzeuge sind sowohl von der Normverbrauchsabgabe – NoVA als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen. Der grundsätzlich für Fahrzeuge anwendbare steuerliche Sachbezugswert für Dienstnehmer von 1,5 bis 2 % sinkt bei rein elektrischen Firmenfahrzeugen (in Privatnutzung) mit einem CO2-Emissionswert von 0 g pro Kilometer auf Null.

Zudem fallen auf den Sachbezug für Elektro-Fahrzeuge keine Lohnnebenkosten (DG-Anteile zur SV, DB, DZ, Kommunalsteuer) an.

Elektro-PKW als Sachbezug mit Mobilitätsförderung und Investitionsprämie

Besonders für den Arbeitgeber ist die Erhöhung der Investitionsprämie für Investitionen in Elektro-PKW, für die zudem kein Sachbezug anfällt, als Alternative für künftige Gehaltserhöhungen oder Gehaltsumwandlungen besonders attraktiv.

Anhand von zwei Berechnungsbeispielen wird die Ersparnis gesamthaft näherungsweise dargestellt. Verglichen werden dabei die Kosten nach Steuern einer Gehaltserhöhung, welche beim Dienstnehmer zu einem Nettovermögenszufluss in Höhe der Anschaffungskosten des Elektro-PKW (Bruttoanschaffungskosten nach E-Mobilitätsförderungen) führt.

Aufgrund der vollständigen Befreiung des Sachbezugs von Lohnabgaben, der Möglichkeit des (teilweisen) Vorsteuerabzugs beim Arbeitgeber und der neuen Investitionsprämie von 14% für Elektro-PKW zeigen die nachstehenden Beispiele, dass die Zurverfügungstellung eines Elektro-PKW im Vergleich zu einer Gehaltszahlung eine weit mehr als 50%ige Kostenersparnis bringen kann.

Beispielrechnung 1

Angaben:

  • Anschaffung Renault ZOE
    • EUR 30.590 (vor Abzug aller E-Mobilitätsförderungen)
    • EUR 25.190 (nach Abzug aller E-Mobilitätsförderungen)
  • Brutto-Gehalt eines Dienstnehmers – EUR 50.000 pro Jahr
  • Alternative – fiktive Gehaltserhöhung von rund EUR 5.000 pro Jahr (für 5 Jahre) für Vergleichsrechnung

Berechnung:

Brutto USt1 Netto
Anschaffungskosten – AK
nach Abzug der Mobilitätsförderungen (Bund und Importeur) und Förderungserhöhung (Importeur)
25.190,00 4.198,33 20.991,67
Investitionsprämie 14 % -2.938,83
Arbeitgeber-Kosten vor KöSt (netto)     18.052,83
25 % KöSt-Gutschrift aus AfA-Abzug gesamt2) -3.279,95
Kosten E-Auto Arbeitgeber nach KöSt 14.772,89

1 Vollständiger Vorsteuerabzug ohne Eigenverbrauchsbesteuerung, da die Anschaffungskosten geringer als EUR 40.000 inkl. USt. sind.
2 Annahme: KöSt-Gutschrift aus AfA-Abzug für 5 Jahre; Bemessungsgrundlage für AfA: Anschaffungskosten ohne Abzug der Investitionsprämie; danach Veräußerung E-KFZ zum Buchwert/Zeitwert.

Nettobezug Arbeitnehmer privat
(= Anschaffungskosten – E-KFZ brutto)
25.190,00
Gesamte Abgabenbelastung (DN und DG gesamt)3) 37.983,66
Gesamtkosten Arbeitgeber 63.173,66
Gesamtkosten Arbeitgeber Gehalt nach KöSt 47.380,25
Ersparnis Arbeitgeber 32.607,36
Ersparnis in % 68,82%

3 Beispielhafte Darstellung.

Beispielrechnung 2

Angaben:

  • Anschaffung Tesla 3 (mit Sonderausstattung)
    • EUR 57.900 (vor Abzug aller E-Mobilitätsförderungen)
    • EUR 52.500 (nach Abzug aller E-Mobilitätsförderungen)
  • Brutto-Gehalt eines Dienstnehmers – EUR 100.000 pro Jahr
  • Alternative – fiktive Gehaltserhöhung von EUR 10.500 pro Jahr (für 5 Jahre) für Vergleichsrechnung

Berechnung:

Brutto USt1 Netto
Anschaffungskosten – AK
nach Abzug der Mobilitätsförderungen (Bund und Importeur)
52.500,00 8.750,00 43.750,00
Investitionsprämie 14 % -6.125,00
Arbeitgeber-Kosten vor KöSt (netto)     37.625,00
KöSt-Gutschrift aus AfA-Abzug gesamt2 -5.208,33
Eigenverbrauchsbesteuerung3
bei E-KFZ über Luxustangente (USt)
2.083,33
Kosten E-Auto Arbeitgeber nach KöSt 34.500,00

1 Vorsteuerabzugsberechtigung bis max. EUR 6.666,67 möglich, da Anschaffungskosten > EUR 40.000 (Luxustangente), siehe FN 3.
2 Annahme: KöSt-Gutschrift aus AfA-Abzug für 5 Jahre; Bemessungsgrundlage für AfA: 33.333,33 (Luxustangente 40.000 exkl. USt); danach Veräußerung E-KFZ zum Buchwert/Zeitwert.
3 Berücksichtigung einer Eigenverbrauchsbesteuerung bei E-Fahrzeugen über der Luxustangente (max. 50% der VSt)

Nettobezug Arbeitnehmer privat(= Anschaffungskosten – E-KFZ brutto) 52.500,00
Abgabenbelastung und LNK (DN und DG gesamt)4 65.172,41
Gesamtkosten Arbeitgeber 117.672,41
Gesamtkosten Arbeitgeber Gehalt nach KöSt 88.254,31
Ersparnis Arbeitgeber 53.754,31
Ersparnis in % 60,91%

4 Beispielhafte Darstellung

TPA Tipp:
Die Umwandlung von Gehaltsbestandteilen oder -erhöhungen in die Zurverfügungstellung eines E-PKW an den Dienstnehmer stellt eine finanziell sehr attraktive Alternative dar. Neben der neuen Investitionsprämie iHv 14 %, bei der es sich um steuerfreie, nicht rückzahlbare Zuschüsse handelt, können zudem Elektromobilitätsförderungen in Abzug gebracht werden. Zusätzliche regionale Förderungen im Bereich E-Mobilität sind zu prüfen (aktuell z.B. in Salzburg und Tirol).

 

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