Amerikanische Umsatzsteuerpflicht für europäische Unternehmer

14. September 2018

Änderungen bei der Umsatzsteuerpflicht in Amerika - TPA News

Das amerikanische Umsatzsteuersystem unterscheidet sich wesentlich von jenem das Unternehmer in Europa gewohnt sind. Amerikanische Unternehmer haben die sogenannte Sales Tax einzuheben und abzuführen, sofern sie Lieferungen und Leistungen an Endkunden erbringen, die im selben US Bundesstaat ansässig sind.

Bei Lieferungen und Leistungen, die über den Bundesstaat in dem der Unternehmer ansässig ist, hinausgehen oder die von Unternehmern erbracht werden die außerhalb der USA als ansässig gelten, ist grundsätzlich der Endkunde verpflichtet die Steuer, die dann Use Tax heißt, zu deklarieren und abzuführen.

Über mehr als 25 Jahre wurde die Beurteilung der umsatzsteuerlichen Ansässigkeit eines Unternehmers in einem US-Bundesstaat im Wesentlichen an seine physische Präsenz vor Ort (zB Angestellte, unabhängige Vertreter, Räumlichkeiten) geknüpft.

Neue Umsatzsteuerpflicht für Unternehmer in den USA

Mit der nun ergangen Entscheidung des U.S. Supreme Court im Fall „South Dakota vs Wayfair“ wird diese bisherige Verwaltungspraxis völlig neu geordnet. Demnach ist für die Umsatzsteuerpflicht in dem jeweiligen US-Bundesstaat eine physische Präsenz vor Ort nicht mehr erforderlich. Im Fall des US Bundesstaates South Dakota ergibt sich für auswärtige Unternehmer eine Umsatzsteuerpflicht sofern:

  • der lokale Umsatz jährlich USD 100.000 überschreitet oder
  • jährlich zumindest 200 separate Umsätze vor Ort erfolgen.

Es ist anzunehmen, dass andere US-Bundesstaaten schnell reagieren und dieser Entscheidung des U.S. Supreme Courts folgen werden.

Achtung bei E-Commerce Firmen

Für ausländische zB europäische Unternehmer kann es daher trotz fehlender physischer Präsenz, insbesondere iZm E-Commerce, in den USA zu einer Umsatzsteuerpflicht kommen.

Wenn Sie Fragen zur Umsatzsteuer in den USA haben, kontaktieren Sie TPA Steuerexperten Robert Lovrecki

 

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