7 FAQs zu Kryptowährungen

21. Februar 2019

TPA Steuerexperte Christian Oberkleiner hat die wichtigsten 7 Fragen und Antworten für Krypto-Anleger zusammengefasst.

1. Müssen private Kryptowährungen versteuert werden?

Ein Gewinn aus dem Verkauf von Kryptowährungen aus dem steuerlichen Privatvermögen ist dann steuerpflichtig, wenn An- und Verkauf innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erfolgen.

Als Verkauf einer Kryptowährung gelten insbesondere:

  • Der Eintausch in eine gesetzliche Währung (EUR, USD, etc.),
  • Der Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung mit der Kryptowährung, und
  • Der Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere oder ein anderes Kryptoasset.

Zusätzlich zu den Anschaffungskosten können die Veräußerungskosten der jeweiligen Transaktion (Spesen) vom Verkaufserlös abgezogen werden. Der sich resultierende Spekulationsgewinn unterliegt der progressiven Einkommensteuer (ESt) von bis zu 55 %. (Nur im Ausnahmefall von zinstragenden Veranlagungen (Verleihung von Kryptowährungen an andere Marktteilnehmer) unterliegen dabei realisierte Wertänderungen dem Sondersteuersatz von 27,5 %; anteilige „Zinserträge“ unterliegen aber grundsätzlich dem Einkommensteuer-Tarif.)

2. Müssen Kauf und Verkauf von Kryptowährungen dokumentiert werden?

Die lückenlose Dokumentation aller Transaktionen ist Aufgabe jedes Steuerpflichtigen. Dies gilt auch für Transaktionen zwischen persönlichen Kryptowährungsgeldbörsen (sog. Wallets). Bei vielen Krypto-Börsen kann die gesamte Transaktionshistorie – gegebenenfalls einschließlich der jeweiligen Umrechnung in Euro – in elektronischer Form exportiert werden. Darüber hinaus ist auch zu empfehlen, Screenshots der Transaktionen anzufertigen und diese ebenfalls mit den Aufzeichnungen aufzubewahren.

Hinweis: Hat man keine oder keine ausreichende Dokumentation der durchgeführten Transaktionen, können die Einkünfte von der Finanzbehörde geschätzt werden.

3. Wie werden die verschiedenen Arten von Mining besteuert?

Durch das Validieren von Transaktionen zwischen anderen Netzwerk-Teilnehmern werden dem „Miner“ neue Einheiten von Kryptowährungen gutgeschrieben (sog. „Mining“ oder „Schürfen“). Das Mining kann beispielsweise mit eigener Hardware („Solo-Mining“), geteilter Hardware („Pool-Mining“), oder ohne eigener Hardware unter Verwendung eines Remote-Datacenters („Cloud-Mining“) erfolgen.

Nach Ansicht des BMF ist bei Mining grundsätzlich von einer betrieblichen Tätigkeit auszugehen. Alle durch das Mining veranlassten Kosten (Betriebsausgaben, zB Hardware, Stromkosten, etc.) können grundsätzlich von den Verkaufserlösen abgezogen werden. Allfällige Verluste dürfen mit anderen Einkünften verrechnet bzw. ins nächste Jahr vorgetragen werden. Die damit erzielten Einkünfte unterliegen dem Normaltarif von bis zu 55 % Einkommensteuer (keine Spekulationsfrist).

4. Wie ist ein Kauf gegen Kryptowährung aus steuerlicher Sicht zu behandeln?

Werden zB Bitcoins als Zahlungsmittel verwendet, liegt aus ertragsteuerlicher Sicht ein Tauschgeschäft vor, wobei jeweils der gemeine Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts als Anschaffungspreis gilt.

Beispiel: Unternehmer A erwirbt von Unternehmer B eine Maschine (Wert EUR 21.000 brutto) im Juli 2018. Die Maschine kostet 3 Bitcoin-Einheiten, die A im April 2018 um EUR 5.500 pro BTC angeschafft hat. Der Kurs bei Maschinenanschaffung beträgt EUR 7.000.

Die Anschaffungskosten der Maschine bei A sind brutto der Wert der BTC bei (fiktiver) Veräußerung (EUR 21.000). Zusätzlich ist der Gewinn aus der Veräußerung der BTC iHv EUR 4.500 (EUR 21.000 abzüglich 16.500 Anschaffungskosten) zum Tarif zu versteuern. Die Anschaffungskosten der 3 BTC bei B betragen EUR 21.000. Der Veräußerungserlös der Maschine bei B beträgt brutto EUR 21.000.

5. Wie sind die jungen Coins bei einer Hard Fork steuerlich zu erfassen?

Nach Ansicht des BMF ist ertragsteuerlich der bisherige Anschaffungszeitpunkt des ursprünglichen Kryptowährungsguthabens (alte Coins) auch für das neu erhaltene Kryptowährungsguthaben (junge Coins) relevant. Die Anschaffungskosten der jungen Coins sind dabei mit Null anzusetzen; die Anschaffungskosten der alten Coins bleiben unverändert. Im Privatvermögen ist somit bei Veräußerung der jungen Coins der volle Veräußerungserlös nur innerhalb der weitergeführten einjährigen Spekulationsfrist steuerpflichtig.

6. Wie werden Transaktionen in Kryptowährungen umsatzsteuerlich behandelt?

Der Umtausch von konventioneller Währung (z.B. Euro) in Einheiten der virtuellen Währung und umgekehrt stellt nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) einen umsatzsteuerfreien Vorgang dar. Somit ist bei An- und Verkäufen von Kryptowährungen keine Umsatzsteuer zu entrichten. Dementsprechend besteht auch kein Recht auf Vorsteuerabzug in Verbindung mit dieser Tätigkeit.

7. Ist Mining umsatzsteuerpflichtig?

Mining ist nach herrschender Ansicht grundsätzlich entweder mangels eines bestimmbaren Leistungsempfängers (betreffend Block-Reward) nicht steuerbar oder im Falle der Verifizierung eines dezidierten Vorganges gegen Transaktionsgebühren steuerbar, aber steuerfrei. Im Ergebnis hat somit der Miner keine Umsatzsteuer zu zahlen, es steht ihm allerdings für seine für Eingangsleistungen bezahlte Umsatzsteuer auch kein Vorsteuerabzug zu.

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