Zum Jahresende: Steuerspartipps für Unternehmen

16. November 2020 | Lesedauer: 31 Min.

TPA Steuerberatung - Steuerspartipps 2020 - Steuertipps für Unternehmer

Wie Sie jetzt noch Steuern sparen können! Wo macht es 2020 noch Sinn zu investieren?

Unsere Steuerexperten haben für Sie hier die besten Steuerspartipps zum Jahresende zusammengesammelt. Klicken Sie einfach auf den Bereich, der Sie interessiert, und finden Sie heraus, wie Sie jetzt noch Steuern sparen können!

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Alle Steuerspartipps sind auch als PDF oder Broschüre erhältlich und können hier kostenlos angefordert werden:

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I. STEUERSPARTIPPS FÜR UNTERNEHMER

Hier finden Sie die wichtigsten Steuertipps für Unternehmer zum Jahresende!

GEWINNFREIBETRAG 2020 – INVESTIEREN SIE NOCH BIS ZUM 31.12.

Sowohl Einnahmen-Ausgaben-Rechner als auch Bilanzierer können auch heuer einen bestimmten Betrag Ihres steuerlichen Gewinnes (ausgenommen Veräußerungsgewinn) steuerfrei stellen, wenn Sie rechtzeitig in bestimmte abnutzbare Anlagegüter und/oder begünstigte Wertpapiere investieren. Es gilt eine Behaltefrist von mindestens vier Jahren, dies ist auch bei Betriebsveräußerung oder der Pensionsplanung zu beachten.

Der Gewinnfreibetrag beträgt:

  • 13,0 % bis zu einem Gewinn von 175.000 Euro
  • 7,0 % für den Gewinnteil zwischen 175.000 und 350.000 Euro
  • 4,5 % für den Gewinnteil zwischen 350.000 und 580.000 Euro

Somit ergeben sich ein maximaler Gewinnfreibetrag in Höhe von 45.350 Euro und bei 50 % Progression eine maximale Steuerersparnis von 22.675 Euro. Bis zu einem Gewinn von 30.000 Euro kann der Freibetrag ohne Investitionen geltend gemacht werden (sog. Grundfreibetrag), und zwar auch zusätzlich zur Betriebsausgabenpauschale; der investitionsabhängige Gewinnfreibetrag steht bei Pauschalierung nicht zu.

TPA TIPP: Erstellen Sie bald die Prognoserechnung für das Jahr 2020, um die steuerlich optimale Höhe der notwendigen Investitionen rechtzeitig zu ermitteln. Weiters steht für bestimmte Investitionen ins Anlagevermögen auch die 7%ige oder 14%ige Investitionsprämie zu; Antragsfrist ist der 28.2.2021.

Ihre TPA Berater unterstützen Sie dabei gerne. Die Bestimmungen zum Gewinnfreibetrag wurden im Laufe der Jahre immer wieder durch den Gesetzgeber adaptiert. Es können daher wieder jene Wertpapiere, die steuerlich zur Deckung von Pensionsrückstellungen verwendet werden dürfen, angeschafft werden. Wertpapiere müssen zum 31.12.2020 am Wertpapierdepot gebucht sein und dort mindestens 4 volle Jahre, tagesgenau berechnet verbleiben.

TPA TIPP: Wertpapierorder sollten daher zeitgerecht unter Berücksichtigung der Feiertage vor dem Jahreswechsel getätigt werden. Außerdem kann das Angebot gegen Jahresende knapp werden, sodass eine frühere Anschaffung ratsam ist; Vorteil: Auch die 4-Jahresfrist endet früher.

GRENZE FÜR GWGS EUR 800

Mit 1.1.2020 wurde die Grenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (GWG) von EUR 400 auf EUR 800 angehoben.

TPA TIPP: Die Erhöhung der GWG-Grenze auf EUR 800 gilt auch für die außerbetrieblichen Einkünfte, also auch für Arbeitnehmer.

GEBÄUDEABSCHREIBUNG

Betriebsgebäude können ohne Nachweis einer kürzeren Nutzungsdauer mit 2,5 % p.a. abgeschrieben werden, ein höherer AfA-Satz ist bei Vorliegen eines begründeten Gutachtens eines Sachverständigen möglich. Gebäude in Leichtbauweise können nach der Verwaltungspraxis ohne Nachweis mit 4 % p.a. abgeschrieben werden.

Betriebsgebäude, die zu Wohnzwecken verwendet werden, können nur mit 1,5 % p.a. abgeschrieben werden, außer die Errichtung erfolgte vor 1915 (dann AfA von 2 % p.a.). Instandsetzungen bei Gebäuden, die Wohnzwecken dienen, müssen auf 15 Jahre verteilt werden (Sofortabsetzung bei Überlassung an eigene Arbeitnehmer).

TPA TIPP: Erhalten Sie Ihr Gebäude durch (laufende) kleinere, sofort absetzbare Reparaturen in einem guten Zustand, so vermeiden Sie die Verteilung auf 15 Jahre.

VORGEZOGENE ABSCHREIBUNG FÜR GEBÄUDE AB 01.07.2020

Für ab 01.07.2020 angeschaffte oder hergestellte Gebäude beträgt die mögliche Absetzung für Abnutzung – AfA im Jahr der erstmaligen Berücksichtigung höchstens das Dreifache und im darauffolgenden Jahr höchstens das Zweifache des jeweils anzuwendenden AfA-Prozentsatzes. Auch bei Inbetriebnahme in der 2. Jahreshälfte steht die volle Jahres-AfA zu.So sehen die neuen Abschreibungssätze für Gebäude aus:

Gebäude in der außerbetrieblichen Sphäre bzw. betriebliche Gebäude zu Wohnzwecken:

AfA bisher, bis zu AfA für Anschaffungen/ Herstellungen ab 1.7.2020 bis zu
Jahr 1: 1,5 %  Jahr 1: 4,5 %
(das 3-fache des Jahres 3)
Jahr 2: 1,5 % Jahr 2: 3,0 %
(das 2-fache des Jahres 3)
Jahr 3: 1,5 % Ab Jahr 3: 1,5 %

Gebäude in der betrieblichen Sphäre, ausgenommen jene zu Wohnzwecken (s.o.):

AfA bisher, bis zu  AfA für Anschaffungen/
Herstellungen ab 1.7.2020 bis zu
Jahr 1: 2,5 % Jahr 1: 7,5 %
(das 3-fache des Jahres 3)
Jahr 2: 2,5 % Jahr 2: 5,0 %
(das 2-fache des Jahres 3)
Jahr 3: 2,5 % Ab Jahr 3: 2,5 %

TPA STEUERSPARTIPP: Die beschleunigte Abschreibung gilt auch für nachträglich errichtete Gebäudeteile, die nach der Judikatur als eigenes Wirtschaftsgut zu betrachten und abzuschreiben sind (zB Dachbodenausbau).

DEGRESSIVE ABSCHREIBUNG VON 30 %

Die steuerliche Abschreibung – AfA kann für Wirtschaftsgüter, die ab 01.07.2020 angeschafft oder hergestellt werden, nach einem unveränderlichen Prozentsatz von höchstens 30 % erfolgen. Der Prozentsatz ist auf den jeweiligen Buchwert bzw Restbuchwert anzuwenden („degressive Abschreibung“). Bei Inbetriebnahme in der 2. Jahreshälfte steht nur die Halbjahres-AfA von bis zu 15 % zu. Die AfA kann entsprechend den Ankündigungen des BMF bis 31.12.2021 außerbücherlich durch MWR unabhängig von der unternehmensrechtlichen Abschreibung geltend gemacht werden (keine Maßgeblichkeit).

Ausgenommen von der degressiven Abschreibung sind ua folgende Wirtschaftsgüter:

  • Gebäude und andere Wirtschaftsgüter, die Sonder- Abschreibungsregeln unterliegen
  • Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von mehr als 0 Gramm pro Kilometer
  • Gebrauchte oder unkörperliche Wirtschaftsgüter, (rück-)ausgenommen in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit/Life- Science
  • Unkörperliche Wirtschaftsgüter, die zur entgeltlichen Überlassung bestimmt sind oder die von einem konzernzugehörigen Unternehmen oder beherrschenden Gesellschafter erworben wurden, dies unabhängig davon, welchem Zweck diese dienen
  • Bestimmte Anlagen zur Förderung, Transport, Speicherung oder Nutzung fossiler Energieträger.

TPA TIPP: Es besteht die einmalige Möglichkeit, von der degressiven zur linearen Abschreibung zu wechseln, dies wird idR dann gemacht werden, wenn nach einigen Jahren die lineare AfA höher ist als die degressive.

INVESTITIONSPRÄMIE 7 % ODER 14 %

Neuinvestitionen in das (im-)materielle aktivierungspflichtige Anlagevermögen (AV) eines Unternehmens oder einer österreichischen Betriebsstätte werden mit 7 % bzw.14 % gefördert, wenn insb folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Erste Maßnahmen zwischen 1.8.2020 und 28.2.2021
  • Inlandsbezug: Das AV muss grundsätzlich zumindest 3 Jahre in der österreichischen Betriebsstätte verbleiben
  • Gegen die Gesellschaft oder gegen den geschäftsführenden Gesellschafter ist zum Zeitpunkt der Antragstellung kein Insolvenzverfahren anhängig und sind auch die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt

TPA TIPP: Investitionen in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit/Life Science werden mit 14 % gefördert, dazu gehören auch E-KFZ (vgl. dazu die Vorteilhaftigkeits-Berechnung auf unserer Website https://www.tpa-group.at/de/news/ steuerbeguenstigungen-fuer-elektro-kfz).

TPA TIPP: Die Investitionsprämie ist steuerfrei, kraft Sonderbestimmung bleiben aber sämtliche Betriebsausgaben steuerlich unverändert absetzbar.

TPA TIPP: Bei Investitionen von mehr als 20 Mio kann nach Durchführung der Hälfte eine Zwischenauszahlung beantragt werden.

FORSCHUNGSPRÄMIE VON 14 %

Die Forschungsprämie für eigenbetriebliche Forschung und für Auftragsforschung (bis EUR 1 Mio) beträgt 14 %.

TPA TIPP: Dokumentieren Sie Ihre Forschung gut. Seien Sie bei der Erstellung des Antrags sehr gründlich, die Finanz ist bei der Zuerkennung der Forschungsprämie viel strenger geworden. Unsere Experten mit langjähriger Erfahrung unterstützen Sie gerne bei der Antragstellung.

WERTPAPIERDECKUNG FÜR PENSIONSRÜCKSTELLUNG

Bis zum 31.12.2020 müssen Sie bestimmte Wertpapiere zu 50 % der am 31.12.2019 ausgewiesenen steuerlichen Pensionsrückstellung angeschafft haben.

TPA TIPP: Auch Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen und Anteilsscheine an bestimmten Immobilienfonds und Kapitalanlagefonds werden angerechnet.

STEUERSPAREN BEI EINNAHMEN-AUSGABEN-RECHNER

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können Ihr steuerpflichtiges Einkommen optimieren, indem Sie Betriebsausgaben vor dem 31.12.2020 bezahlen, diverse Vorauszahlungen leisten (gewisse Einschränkungen sind dabei zu beachten), bzw. Rechnungen an Ihre Kunden erst am/nach dem 31.12.2020 legen.

TPA TIPP: Beachten Sie die 15-tägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben.

STEUERSPAREN BEI BILANZIERERN

Auch Bilanzierer haben die Möglichkeit, durch das Vorziehen von laufenden Aufwendungen den Gewinn zu reduzieren, wenn die Leistung tatsächlich 2020 bezogen wird; Anzahlungen hingegen sind zu aktivieren.

TPA TIPP: Wenn Sie Ihre Aufträge vor dem Jahresende nicht abschließen, verschieben Sie infolge der Bilanzierung als unfertige Erzeugnisse oder noch nicht abrechenbare Leistungen die Gewinnrealisierung ins nächste Jahr. Beachten Sie die Auswirkungen auf Ihre Bilanzkennzahlen.

NACHZAHLUNGEN GSVG VERMEIDEN?

Die Finanz anerkennt bei Einnahmen-Ausgaben- Rechnern eine „Vorauszahlung“ von GSVG-Beiträgen, wenn diese in Ihrer Höhe der voraussichtlichen Nachzahlung für das betreffende Jahr entsprechen. Es besteht auch die Möglichkeit, die vorläufige Beitragsgrundlage teilweise oder gänzlich bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen.

TPA TIPP: Rechnen Sie bei der SVS mit einer Nachzahlung, können Sie durch Leistung einer „freiwilligen“ Vorauszahlung Ihren Gewinn bereits in 2020 reduzieren.

ANTRAG AUF SVS-BEFREIUNG FÜR KLEINUNTERNEHMER

Sind Sie gewerblicher Einzelunternehmer oder Arzt, der nach dem FSVG versichert ist, so können Sie unter bestimmten Voraussetzungen das Bezahlen von Beiträgen vermeiden. Eine der Voraussetzungen ist, dass Sie Ihre selbständige Tätigkeit nur im geringen Ausmaß ausüben. Für Details besuchen Sie bitte die SVS-Website: Kleinunternehmer

TPA TIPP: Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz (z. B. bei Arbeitsunfällen) aufrecht!

TPA TIPP: Den optimalen Weg zur Gründung eines Unternehmens finden Sie hier „Start-Ups: In 6 Schritten zum eigenen Unternehmen

MELDEPFLICHT FÜR NEUE SELBSTSTÄNDIGE

Neue Selbständige müssen ein Überschreiten der Versicherungsgrenzen melden, sonst kommt ein Strafzuschlag von 9,3 % zur Anwendung. Das Überschreiten muss dabei innerhalb von 8 Wochen nach Ausstellung des Einkommensteuerbescheides gemeldet werden.

TPA TIPP: Die Versicherungsgrenze für neue Selbständige ist – unabhängig davon, ob weitere Beschäftigungen vorliegen – einheitlich die zwölffache Geringfügigkeitsgrenze (2020 EUR 5.527,92 p.a.; 2021 voraussichtlich EUR 5.710,32).

KLEINUNTERNEHMER IN DER UST BIS EUR 42.000

Unternehmer, die ihr Unternehmen im Inland betreiben und die bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten, gelten als Kleinunternehmer und können Erleichterungen im Rahmen der Umsatzsteuer in Anspruch nehmen. Die Kleinunternehmergrenze beträgt EUR 35.000 (netto) pro Kalenderjahr, d.h. bei einem (theoretischen) Steuersatz von 20 % beträgt die Grenze daher „echte“ EUR 42.000 pro Jahr. Bestimmte (steuerfreie) Umsätze und Hilfsgeschäfte bspw. aus der Veräußerung von Anlagevermögen sind nicht in diese Grenze einzubeziehen.

  • Auswirkung: Kein Ausweis von Umsatzsteuer in den Rechnungen, allerdings besteht auch kein Recht auf Vorsteuerabzug.
  • Keine Abgabe von Umsatzsteuererklärungen, sofern keine Steuer zu entrichten ist.
  • Verzicht: Ein Verzicht auf diese Steuerbefreiung kann beim Finanzamt beantragt werden (Bindungswirkung für fünf Jahre!).

TPA TIPP: Ein Verzicht auf die Kleinunternehmergrenze mit dem Ergebnis des Rechts auf Vorsteuerabzug kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn

  • nur Leistungen an Unternehmer erbracht werden,
  • größere Investitionen geplant sind.

TPA TIPP: Beachten Sie gegen Jahresende streng diese Grenze! Entspannung: Eine einmalige Überschreitung von bis zu 15 % (das ergibt Umsätze von höchstens EUR 48.300) innerhalb von 5 Jahren ist unschädlich.

NEUE KLEINUNTERNEHMERPAUSCHALIERUNG BIS EUR 35.000

Eine neue Pauschalierung im Bereich der Einkommensteuer steht Kleinunternehmern mit Einnahmen- Ausgaben-Rechnung (bis EUR 35.000,00, einmalige Toleranzgrenze von EUR 40.000,00 in fünf Jahren) bei Einkünften als Freiberufler oder Gewerbetreibender ab 2020 zu. Ausgenommen sind Gesellschafter- Geschäftsführer mit mehr als 25 % Beteiligung, Aufsichtsräte und Stiftungsvorstände. Auf Antrag werden bei der neuen Pauschalierung die Betriebsausgaben mit den folgenden Prozentsätzen der Betriebseinnahmen festgesetzt:

  • 45 % bei Handelsunternehmen und Produktionsbetrieben
  • 20 % bei Dienstleistungsunternehmen.

Bei Mischbetrieben richtet sich das Pauschale nach dem höheren Umsatz. Die Einordnung der Branchen soll durch eine Verordnung erfolgen.

Zusätzlich zu dem Pauschale können die in 2020 bezahlten (!) Sozialversicherungsbeiträge und der Grundfreibetrag abgezogen werden. Weiters entfällt die Pflicht zur Führung von Anlagekarteien und Wareneingangsbüchern.

TPA TIPP: Es empfiehlt sich, die Anlagekartei auch bei Pauschalierung zu führen, um später bei Nichtpauschalierung eine Grundlage zur Geltendmachung der Abschreibung zu haben, jedenfalls sollten die Rechnungen von Anschaffungen aufbewahrt werden.

TPA TIPP: Bei höheren Betriebsausgaben, insbesondere bei Verlusten, wird die „freiwillige“ exakte Ermittlung der steuerlichen Ergebnisse steuerlich weiterhin vorteilhaft sein.

TPA TIPP: Besonders bei „nebenberuflichen“ Einkünften von Vortrags- und Autorenhonoraren mit wenig Ausgaben kann die Pauschalierung interessant sein, sie vermeiden damit uU lange Diskussionen mit der Finanz über einzelne Belege.

TPA TIPP: Zu weiteren Pauschalierungen siehe unsere Broschüre 1×1 der Steuern 2020 mit vielen weiteren Steuerspartipps, die Sie hier kostenlos online anfordern können!

VERLUSTE VON KAPITALISTISCHEN MITUNTERNEHMERN

Verluste von kapitalistischen, nicht mittätigen Mitunternehmern (idR Kommanditisten) sind bei natürlichen Personen nur bis zu 100 % der Einlage abzugsfähig, ein negatives Kapitalkonto führt zu einem eigenen Wartetastenverlust und kann erst mit späteren Gewinnen verrechnet werden.

TPA TIPP: Wenn Sie unbeschränkt haften oder ausreichend mittätig sind, greift die 100%-Grenze nicht und sind Verluste mit anderen Einkünften grundsätzlich ausgleichsfähig.

BETRIEBLICHE SPENDEN ABSETZBAR

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis zu 10 % des Gewinnes des laufenden Jahres als Betriebsausgaben absetzbar, und kürzen damit auch die SV-Beiträge. Darüber hinausgehende Spendenbeträge können als Sonderausgabe abgesetzt werden. Die begünstigten Spendenempfänger müssen am Tag der Spende in der Liste des BMF aufscheinen (ausgenommen Feuerwehren).

TPA TIPP: Spenden in Katastrophenfällen sind ohne Begrenzung absetzbar, wenn damit ein Werbeeffekt verbunden ist; eine entsprechende Dokumentation muss bei Betriebsprüfungen oft vorgelegt werden.

TPA TIPP: Privatstiftungen können KESt-frei an die BMF-Listenempfänger spenden.

TPA TIPP: Echtes Sponsoring fällt nicht unter die strengen Abzugsregeln für Spenden.

COVID-19 RÜCKLAGE – BIS ZU 60 %

Auf Antrag werden voraussichtliche betriebliche Verluste des Jahres 2020 bereits im Rahmen der Veranlagung 2019 durch einen besonderen Abzugsposten, die COVID-19-Rücklage, berücksichtigt.

Voraussetzung für die Geltendmachung ist, dass im Jahr 2020 ein Verlust erwartet wird.

Die COVID-19-Rücklage ist betraglich gedeckelt und beträgt

  • Höchstens 30 % des Gewinns 2019, wenn für 2020 keine Berechnung des erwarteten Verlustes vorliegt
    – sog. kleine COVID-19-Rücklage (weitere Voraussetzung, dass im Jahr 2020 keine VZ geleistet
    wurde bzw. höchstens die MiKö bei Kapitalgesellschaften geleistet wurde),
  • Höchstens 60 % des Gewinnes 2019, wenn für 2020 eine glaubhafte Berechnung des Verlustes
    vorliegt, höchstens jedoch mit dem voraussichtlichen Verlust 2020 – sog. große COVID-19-Rücklage.
  • Höchstens EUR 5 Mio.

Bei Mitunternehmerschaften kann die Rücklage nur vom jeweiligen Mitunternehmer direkt geltend gemacht
werden, bei Unternehmensgruppen nur vom Gruppenträger, wobei die EUR 5 Mio für den Gruppenträger
und (fast) jedes Gruppenmitglied zustehen.

Der Abzug der COVID-19-Rücklage in der Veranlagung 2019 erfolgt vom Gesamtbetrag der
betrieblichen Einkünfte. Als Gesamtbetrag der betrieblichen Einkünfte gilt hierbei der Saldo der
veranlagungspflichtigen Gewinne und Verluste; andere, nicht veranlagungspflichtige Einkünfte,
bspw. aus befreiten Auslandseinkünften, bleiben außen vor. Die Bildung einer COVID-19-Rücklage
steht sowohl Bilanzierern als auch Einnahmen-Ausgaben-Rechnern nach § 4 Absatz 3 EStG zu.

Durch den eigenen Abzugsposten außerhalb der einzelnen Einkünfte bzw. Einkunftsarten bleibt die Höhe
der einzelnen Einkünfte unverändert, daher hat die Rücklage insbesondere keine Auswirkungen auf den
Gewinnfreibetrag, die Bemessung der Sozialversicherungsbeiträge und auf das Feststellungsverfahren
von Mitunternehmerschaften.

Für weitere Informationen folgen Sie dem Link zu unserer News: COVID-19 Verlustberücksichtigungsverordnung

TPA TIPP: Wenn Sie in 2019 Gewinne aus betrieblichen Einkünften oder ein positives Einkommen erzielt haben und in 2020 mit betrieblichen Verlusten rechnen, kontaktieren Sie Ihren TPA Berater – wir unterstützen Sie gerne bei der Optimierung Ihrer Veranlagung.

VERLUSTRÜCKTRAG ZURÜCK IN 2019 ODER 2018

Es gelten folgende Rahmenbedingungen:

  • Nur betriebliche Verluste
  • Auf Antrag
  • 5 Mio Rücktrag max. in 2019
  • 2 Mio Rücktrag max. in 2018, soweit 2019 EUR 5 Mio nicht ausgeschöpft sind
  • Höchstbeträge gelten bei Unternehmensgruppen für Gruppenträger und (fast) jedes Gruppenmitglied.

TPA TIPP: Der Verlustrücktrag ist – anders als der Verlustvortrag – durch Umgründungen nicht übertragbar, beachten Sie dies besonders bei Umgründungen.

TPA TIPP: Der Verlustrücktrag sollte vor allem dann in Anspruch genommen werden, wenn für seine künftige Verwertung nicht mit ausreichenden Gewinnen oder mit einer KöSt-Satzsenkung gerechnet wird.

RÜCKWIRKENDE HERABSETZUNG DER VORAUSZAHLUNGEN 2019

Die schon geleisteten Vorauszahlungen 2019 betreffend ESt und KöSt können rückwirkend herabgesetzt werden, soweit eine Berechnung der voraussichtlichen Steuerbelastung unter Berücksichtigung der COVID-Rücklage eine voraussichtliche Steuergutschrift ergeben würde.

TPA TIPP: Sie erhöhen die Herabsetzung der ESt oder KöSt-Vorauszahlungen mit einer 60%igen COVID-19-Rücklage (siehe dazu oben).

ADVANCE RULING – AUSKUNFTSBESCHEID

Seit 2020 kann in folgenden Rechtsgebieten ein Ruling-Antrag gestellt werden:

  • Internationales Steuerrecht
  • Umgründungen
  • Gruppenbesteuerung
  • Missbrauch
  • Umsatzsteuer

TPA TIPP: Ein Ruling-Verfahren ist nur für noch nicht verwirklichte Sachverhalte möglich. Das Ruling könnte besonders im Bereich der Umsatzsteuer für die zahlreichen Zweifelsfragen, bspw. bei gemeinnützigen Rechtsträgern von Interesse sein.

ENERGIEABGABENVERGÜTUNG

Ein Vergütungsantrag muss spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt werden. Für das Jahr 2015 und folgende kann ein Vergütungsantrag somit noch bis zum 31.12.2020 gestellt werden.

TPA TIPP: Um keine Fristen zu versäumen, empfehlen wir allen Dienstleistungsbetrieben mit einem potentiellen Anspruch vorsorglich einen Antrag für die Jahre ab 2015 einzubringen, der VfGH entscheidet demnächst über diese Rechtsfrage.

AUFBEWAHRUNG VON UNTERLAGEN

Die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere endet für die Unterlagen des Jahres 2013 grundsätzlich am 31.12.2020.

TPA TIPP: Bitte beachten Sie die Aufbewahrungspflicht von grundsätzlich sieben vollen Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das betreffende Wirtschaftsjahr geendet hat. Wir empfehlen jedoch eine Aufbewahrung von zumindest 10 vollen Jahren, bei laufenden Verfahren auch länger.

Aufzeichnungen und Unterlagen, die Grundstücke (Grund und Boden, Gebäude, Baurechte, Superädifikate und Ähnliches) betreffen, müssen zumindest 22 volle Jahre aufbewahrt werden.

Wichtige Verträge, beispielsweise Miet-, Kredit- und Gesellschaftsverträge, sowie Unterlagen und Belege, beispielsweise betreffend Beteiligungen oder Immobilien (wegen Anschaffungskosten, Großreparaturen etc.) sollten dauerhaft aufbewahrt werden.

TPA TIPP: Die Aufbewahrung kann auch elektronisch erfolgen. Voraussetzung ist, dass die urschriftgetreue, inhaltsgleiche, vollständige und geordnete Wiedergabe gewährleistet ist.

TPA TIPP: Als Immobilienbesitzer bewahren Sie Ihre Steuerunterlagen von 2012 unbefristet auf, um später den Nachweis über die steuerliche Qualifikation Ihrer Immobilien zum 31.3.2012 als damals steuerfreie Immobilie führen zu können. Denn nur sog. Altimmobilien unterliegen der Pauschalbesteuerung von 4,2 %, andernfalls zahlen Sie 30 % ImmoESt.


II. STEUERSPARTIPPS FÜR KÖRPERSCHAFTEN

Ergänzend zu den obigen Ausführungen für alle Unternehmer bringen wir hier einige wichtige Steuerspartipps speziell für Körperschaften:

100%ige Verlustverrechnung bei Körperschaften

Generell gilt – anders als bei natürlichen Personen – bei Körperschaften die 75%ige Verrechnungsgrenze von Verlustvorträgen, sodass mindestens 25 % des Gewinnes mit 25 % KöSt belastet werden, also eine 6,25%ige Mindestbesteuerung des Gewinnes erfolgt. Davon gibt es allerdings insbesondere folgende gesetzliche Ausnahmen:

  • Gewinne aus der Veräußerung von (Teil-)Betrieben und Mitunternehmeranteilen
  • Liquidationsgewinne
  • Nachversteuerungsbeträge aus ausländischen Betriebsstätten und ausländischen Gruppenmitgliedern
  • Bestimmte Gewinne aus der sog. Wegzugsbesteuerung
  • Gewinne von Gruppenmitgliedern, die mit Vorgruppenverlusten oder Außergruppenverlusten verrechnet werden.

TPA TIPP: Wenn Sie noch vor dem Jahresende eine Unternehmensgruppe bilden, können Sie daher beim Gruppenmitglied in den Genuss der 100%igen Verrechnung von Vorgruppenverlusten kommen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Weg mit der Mindest-KöSt durch Umwandlung

Nur Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) und vergleichbare ausländische Gesellschaften unterliegen in Österreich der Mindest-KöSt, daher können Sie Ihr durch Umwandlung in ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft entgehen. Dabei ist insbesondere auf die Ausschüttungsfiktion, Verlustvorträge und Grunderwerbsteuer zu achten.

TPA TIPP: Bei Umwandlung Ihrer GmbH bspw. in ein Einzelunternehmen auf den 30.3.2020 entfällt für das ganze Jahr 2020 die Mindest-KöSt.

TPA TIPP: In Abhängigkeit von der Gewinnhöhe kann das Einzelunternehmen günstiger als die GmbH sein. Sehen Sie dazu unseren TPA Rechtsformrechner – dem Online Tool für Unternehmer.

TPA TIPP: Welche Aspekte insbesondere steuerlich für die jeweilige Rechtsform sprechen, können sie unserem kostenlosen Folder auf unserer Website “Steuersparen mit der richtigen Rechtsform“ entnehmen.

TPA TIPP: Welche Aspekte mehr für eine GmbH oder mehr für eine Aktiengesellschaft sprechen, entnehmen Sie bitte unserem Beitrag auf unserer Website:  GmbH oder AG – Die Vor- und Nachteile der Rechtsformen!

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Wahlfreiheit zwischen Gewinnausschüttung und Einlagenrückzahlung

Das Wahlrecht zwischen Einlagenrückzahlung und KESt-pflichtiger Gewinnausschüttung kann klare Vorteile bringen. Voraussetzung für eine KESt-freie Einlagenrückzahlung ist ein Guthaben auf dem entsprechenden Einlagen-Evidenz-Subkonto. Voraussetzung für eine Gewinnausschüttung ist eine positive Innenfinanzierung, außer es gibt kein Guthaben auf dem Einlagen-EVI-Subkonto.

TPA TIPP: Einlagenrückzahlungen sind KESt-frei und beim Empfänger steuerfrei, soweit er positive steuerliche Anschaffungskosten hat.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Abwertung von Beteiligungen

Sinkt der Wert von Beteiligungen an Körperschaften bspw aufgrund der COVID-19-Krise, ist bei Beteiligungen grundsätzlich eine Teilwertabschreibung – TWA vorzunehmen, diese ist bei Inlandsbeteiligungen und bei sog. optierten internationalen Schachtelbeteiligungen grundsätzlich steuerwirksam, aber idR durch Siebentel über 7 Wirtschaftsjahre linear zu verteilen.

TPA TIPP: Beachten Sie, dass insbesondere ausschüttungsbedingte TWAs nicht abzugsfähig sind, bei einer Wertsteigerung nach Ansicht der Finanzverwaltung aber dennoch eine steuerpflichtige Zuschreibung vorzunehmen ist. Für nähere Infos siehe unseren Beitrag zu Abschreibungen von Beteiligungen.

TPA TIPP: Die Finanz und die Gerichte verlangen für die steuerliche Anerkennung der TWA idR das Vorliegen eines Gutachtens nach den Regeln des KFS/BW1.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Sparen durch Gruppenbesteuerung

Im Rahmen einer steuerlichen Unternehmensgruppe können insbesondere laufende Ergebnisse (Gewinne oder Verluste) des Gruppenträgers und der Gruppenmitglieder ausgeglichen werden.

TPA TIPP: Für das Jahr 2020 kann – insbesondere wenn alle Gesellschaften zum Regelbilanzstichtag bilanzieren und keine Veränderungen der Beteiligungsverhältnisse stattgefunden haben – noch bis Jahresende ein Antrag auf Gruppenbesteuerung unterfertigt werden, der (nachweislich) innerhalb eines Monats beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden muss.

TPA TIPP: Prüfen Sie vor dem Jahresende gemeinsam mit Ihrem TPA Steuerberater, ob die derzeitige Gesellschaftsstruktur steuerlich optimal ist. Eventuell kann durch Änderung oder Erweiterung einer bestehenden Unternehmensgruppe das steuerliche Ergebnis 2020 noch optimiert werden (vgl. hierzu den News-Beitrag: COVID-19 & Gruppenbesteuerung).

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Managervergütungen über TEUR 500

Seit einigen Jahren besteht für bestimmte sog. Managervergütungen bei der steuerlichen Absetzbarkeit eine Höchstgrenze von EUR 500.000 (Zusammenrechnung im Konzern) und Einschränkungen bei freiwilligen Abfertigungen und Abfindungen.

TPA TIPP: Bei Familiengesellschaften empfiehlt es sich, diese Grenzen streng zu beachten und stattdessen höhere Gewinnausschüttungen zu überlegen.

TPA TIPP: Nach der unseres Erachtens unzutreffenden Ansicht des Bundesfinanzgerichtes (Revision wurde eingebracht) fallen auch ganz normale Abfindungen an Mitarbeiter, bspw. im Rahmen von Sozialplänen, unter diese strenge Bestimmung für “Golden Handshakes“.

TPA TIPP: Weitere Details zur Geschäftsführerbesteuerung finden Sie in unserer Broschüre “Geschäftsführer und Jahresabschluss“.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Privatstiftungen – Übertragung stiller Reserven

Privatstiftungen können durch Verkäufe oder Liquidationen aufgedeckte stille Reserven aus Beteiligungen an Körperschaften, an denen die Privatstiftung innerhalb der letzten fünf Jahre zu mindestens 1 % beteiligt war, auf die Anschaffungskosten einer Beteiligung an einer Körperschaft als Ersatzinvestition übertragen. Damit können Verkaufsgewinne vorläufig steuerfrei gestellt werden. Eine derartige Ersatzanschaffung muss jedoch mehr als 10 % betragen und innerhalb eines Jahres erfolgen. Ausgenommen sind bestimmte bestehende Beteiligungen an Körperschaften.

TPA TIPP: Auch eine effektive Kapitalerhöhung von mehr als 10 % bei einer 100%igen Tochtergesellschaft bewirkt den Erwerb von neuen Anteilen und ist daher begünstigt. Sofern heuer keine Anschaffung mehr erfolgt, kann außerbücherlich eine steuerfreie Rücklage gebildet werden.

TPA TIPP: Weitere Informationen zur Besteuerung von Privatstiftungen finden Sie in unserer Broschüre “Das 1×1 der Stiftungsbesteuerung“.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Gemeinnützigkeit

Die Judikatur und Verwaltung wird betreffend der Anerkennung der formellen Gemeinnützigkeit der Statuten von Vereinen, Privatstiftungen und GmbHs gemäß §§ 34 ff BAO immer strenger und genauer.

TPA TIPP: Überprüfen Sie Ihre Statuten auf Ihre steuerliche Aktualität, gerne unterstützen Sie unsere Gemeinnützigkeitsexperten. Zu den gemeinnützigen Privatstiftungen siehe unseren News-Beitrag.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Steuersparen bei Immobilienverkauf – 3,5 % Pauschalbesteuerung

Bei einer Einbringung eines Betriebes mit Immobilien nach Artikel III UmgrStG besteht auch bei steuerlicher Buchwertfortführung das Wahlrecht, den Grund und Boden des sog. Altvermögens (dh es war keine Steuerhängigkeit am 31.3.2012 gegeben) mit dem gemeinen Wert anzusetzen, wenn hierfür die 4,2%ige Immobilien-Ertragsteuer sofort bei Einbringung entrichtet wird.

TPA TIPP: Wurde ein Grund & Boden hingegen zu steuerlichen Buchwerten eingebracht, besteht für obige Einbringungs-Fälle bei späterer Veräußerung aus der GmbH die Möglichkeit, den Veräußerungsgewinn wahlweise wie folgt zu besteuern: Für den Teilwert im Zeitpunkt der Einbringung darf in der GmbH (!) die Pauschalbesteuerung von 3,5 % in Anspruch genommen werden, der darüber hinausgehende Gewinn unterliegt der 25%igen Körperschaftsteuer; oder: der gesamte Veräußerungsgewinn unterliegt der 25%igen KöSt.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.


 

III. STEUERTIPPS FÜR DIENSTNEHMER UND ARBEITGEBER

Hier finden Sie die Steuerspartipps rund ums Thema Arbeit:

Arbeitnehmerveranlagung – Absetzbarkeit privater Arbeitsmittel im Home Office

Der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung 2015 kann bis zum 31.12.2020 gestellt werden, die Frist läuft mit Jahresende ab.

TPA TIPP: Auch wenn noch einige Belege fehlen, stellen Sie den Antrag, fehlende Unterlagen können nachgereicht werden.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Private Arbeitsmittel

Durch die Schritte zur Bekämpfung der COVID-19-Ausbreitung waren viele Dienstnehmer angewiesen, ihren Beruf mit Hilfe privater Arbeitsmittel auszuüben. Stellt ein Dienstnehmer seine privaten Gegenstände zur Erbringung der Leistung zur Verfügung, sind die dafür angefallenen Kosten im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung grundsätzlich als Werbungskosten abzugsfähig.

TPA TIPP: Hierbei gilt, dass Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (bis zu EUR 800 im Jahr 2020) sofort abzugsfähig sind. Betragen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über EUR 800, müssen die Aufwendungen über die Nutzungsdauer aliquotiert werden. Mehr Steuerspartipps zum Homeoffice finden Sie hier: COVID-19: Steuertipps zum Home-Office

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Computer/Notebook steuerlich absetzen

Privat angeschaffte Computer oder Laptops sowie Scanner, Drucker oder Modems, die für berufliche Tätigkeiten eingesetzt werden, können unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten geltend gemacht werden. Hierbei wird vorausgesetzt, dass die berufliche Notwendigkeit gegeben und diese auch belegbar ist. Weiters ist zu beachten, dass nach derzeitigen LStR davon ausgegangen wird, dass der private Anteil der Nutzung mindestens 40 % beträgt und so maximal 60 % der Anschaffungskosten als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden können.

TPA TIPP: Dies (40% privat) ist nur der Fall, wenn das Ausmaß der beruflichen Nutzung nicht nachgewiesen werden kann. Während der Corona-Pandemie hat sich der berufliche Anteil der Nutzung vermutlich erhöht. Die Beurteilung der Aufteilung muss jährlich geprüft werden.

Wenn die Anschaffungskosten Euro 800 übersteigen, wird eine Nutzungsdauer von mindestens drei Jahren angenommen. Eine einmal gewählte Nutzungsdauer kann grundsätzlich nicht geändert werden. Anschaffungskosten unter diesem Betrag können sofort im Jahr der Anschaffung steuerlich abgesetzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass Computer, Bildschirm und Tastatur eine wirtschaftliche Einheit bilden und die Anschaffungskosten zusammen betrachtet werden müssen.

TPA TIPP: Alle weiteren elektronischen Geräte iZm Computer sind als eigenständig zu bewerten. Wird ein Softwareprogramm ausschließlich für die berufliche Tätigkeit gekauft, sind diese Kosten voll abzugsfähig.

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Kosten für Telefonate im Home Office

Als Werbungskosten sind auch sämtliche Kosten für Telefonate, welche für die berufliche Tätigkeit geführt werden, zu verstehen und sind vollständig absetzbar.

TPA TIPP: Wenn keine genauen Aufzeichnungen über die beruflich veranlassten Telefonate vorgelegt werden können, muss eine plausible Schätzung des privaten Anteils vorgenommen werden.

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Internetkosten im Home-Office

Sämtliche Internetkosten wie Provider-Gebühren, Leitungskosten (Online-Gebühren) oder Paketlösung für Internetzugang müssen ebenfalls nach beruflicher und privater Nutzung aliquotiert werden.

TPA STEUERSPARTIPP: Wenn die Aufteilung nicht belegbar ist, muss eine plausible Schätzung vorgenommen werden. Der beruflich genutzte Teil ist als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Allgemeine Informationssysteme, wie bspw Suchmaschinen, sind nicht abzugsfähig.

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Arbeitszimmer und Einrichtung

Aufwendungen oder Ausgaben für ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer und dessen Einrichtung sind nur dann abzugsfähig, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen bildet.

TPA TIPP: Die Voraussetzung des Mittelpunkts wird von der Finanz sehr streng geprüft.

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COVID-Zulagen und COVID-Bonuszahlungen

Zulagen und Bonuszahlungen, die aufgrund der COVID-19-Krise zusätzlich geleistet werden, sind im Kalenderjahr 2020 bis EUR 3.000 steuerfrei. Es muss sich dabei um zusätzliche Zahlungen handeln, die ausschließlich zu diesem Zweck geleistet werden und üblicherweise bisher nicht gewährt wurden.

TPA TIPP: Die Zulagen und Bonuszahlungen erhöhen nicht das Jahressechstel und werden auch nicht auf das Jahressechstel angerechnet. Darüber hinaus unterliegen sie auch nicht der SV-Pflicht.

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(Grippeschutz-)Impfungen und COVID-Testungen

In der Regel sind (Grippeschutz-)Impfungen von Dienstnehmern, deren Kosten der Dienstgeber übernimmt (Rechnungsausstellung an den und Zahlung durch den Dienstgeber) steuerfrei, sofern dieser Vorteil allen Dienstnehmern oder einer Gruppe von Dienstnehmern gewährt wird.

TPA TIPP: COVID-Testungen von Dienstnehmern können analog den Regeln zu Impfungen steuerfrei belassen werden.

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Jahressechstel

Wenn Sachbezüge vorliegen oder bestimmte Entgelte (zB Überstundenzuschläge) nur zwölf Mal pro Jahr ausbezahlt werden, wird das Jahressechstel mit dem 13. und 14. Gehalt bzw. Lohn nicht zur Gänze ausgeschöpft.

TPA TIPP: Für eine Prämie in Höhe des noch nicht ausgenützten Jahressechstels würde in solchen Fällen die begünstigte Besteuerung für Sonderzahlungen zur Anwendung gelangen. Sonderzahlungen sind bis zu einem Betrag von höchstens EUR 25.000 (nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen) mit 6 % steuerbegünstigt, darüber hinaus fällt die sog. Solidarabgabe an.

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Steuerfreie Zuschläge

Für bis zu 10 Überstunden und für Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge oder auch Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulage gibt es spezielle Steuerbegünstigungen. Die Finanzverwaltung verlangt bei Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen, dass diese einmal im Jahr (quasi für ein Urlaubsmonat) steuerpflichtig abgerechnet werden – praktisch werden diese Zuschläge daher oft in der Dezember-Abrechnung steuerpflichtig behandelt.

TPA TIPP: Das Jahresende sollte zur Prüfung genutzt werden, ob diese Steuerbefreiungen möglich bzw. alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

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Mitarbeiterbeteiligungen

Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers besteht ein Freibetrag pro Mitarbeiter von EUR 3.000. Auch dieser Vorteil muss allen Dienstnehmern oder einer bestimmten Gruppe zukommen und die Beteiligung muss länger als fünf Jahre gehalten werden. Darüber hinaus gibt es weitere Modelle der Belegschaftsbeteiligungsstiftung (bis zu weitere EUR 4.500 steuerfrei).

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Modell 186 – Weihnachtsgeschenke und Betriebsveranstaltungen

Geschenke an Dienstnehmer anlässlich von Betriebsveranstaltungen sind bis zu einem Freibetrag von EUR 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt. Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig.

TPA TIPP: Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (zB Weihnachtsfeier, Betriebsausflug) gibt es pro Dienstnehmer und Jahr zusätzlich einen Steuerfreibetrag von EUR 365.

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Getränke, freie oder verbilligte Verpflegung am Arbeitsplatz

Die Aufwendungen für Getränke und Verpflegung, die der Dienstgeber an nicht in seinem Haushalt aufgenommene Dienstnehmer zur Verköstigung am Arbeitsplatz freiwillig gewährt, sind sozialversicherungsbeitrags- und lohnsteuerfrei, dies gilt auch für ständig gewährte freiwillige Mahlzeiten. Diese Steuerbefreiung unterliegt keiner betragsmäßigen Beschränkung. Sowohl die Zubereitung im Betrieb (Kantine) als auch die Zulieferung von einem Betrieb außerhalb des Unternehmens (z.B. einer Großküche) sind umfasst.

TPA TIPP: Wesentlich ist, dass es sich um eine Naturalleistung und nicht um eine Geldleistung handelt.

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Gutscheine für Mahlzeiten

Seit 1. Juli 2020 gelten Gutscheine für Mahlzeiten bis zu einem Wert von EUR 8 pro Arbeitstag (bis 30. Juni 2020 EUR 4,40) nicht als Entgelt, wenn sie nur am Arbeitsplatz oder in einer Gaststätte zur dortigen Konsumation eingelöst werden können; wenn die Gutscheine auch zur Bezahlung von Lebensmitteln verwendet werden können, die nicht sofort konsumiert werden müssen, sind sie seit 1. Juli 2020 nur bis zu einem Wert von EUR 2 (bis 30.6.2020 EUR 1,10) pro Arbeitstag sozialversicherungs- und steuerfrei.

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Zuschuss für Kinderbetreuung

Zuschüsse des Dienstgebers können unter bestimmten Voraussetzungen bis EUR 1.000 pro Kind und Kalenderjahr steuer- und beitragsfrei geleistet werden.

TPA TIPP: Die Steuerbegünstigung gilt nur dann, wenn der Zuschuss allen oder bestimmten Gruppen von Dienstnehmern geleistet wird.

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Pendlerpauschale/Pendlereuro

Bei einem Dienstnehmer (auch Teilzeitkräfte) werden die Pendlerpauschale und der Pendlereuro üblicherweise laufend in der Lohnverrechnung berücksichtigt.

TPA TIPP: Ist dies nicht der Fall oder ist der Dienstnehmer der Ansicht, dass das Ergebnis des Pendlerrechners nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, so kann er die Pendlerpauschale inkl. Pendlereuro im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung beantragen und neu berechnen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Werkverkehr mit Massenbeförderungsmitteln (Jobticket)

Die Beförderung der Dienstnehmer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte auf Kosten des Dienstgebers ist abgabenfrei, wenn der Dienstgeber dem Dienstnehmer für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eine Streckenkarte zur Verfügung stellt. Die Rechnung muss auf den Dienstgeber lauten und den Namen des Dienstnehmers enthalten.

TPA TIPP: Pendlerpauschale und Pendlereuro stehen im Fall der Zurverfügungstellung eines Jobtickets für die gesamte Fahrtstrecke nicht zu. Steht das Jobticket nur für eine Teilstrecke zu, so ist für die Wegstrecke Wohnung Einstiegstelle ein Pendlerpauschale und ein Pendlereuro möglich (begrenzt mit dem fiktiven Pendlerpauschale für die Gesamtstrecke).

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Privatnutzung des dienstgebereigenen Kraftfahrzeugs

Besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit, das Firmen-KFZ auch für Privatfahrten zu nutzen, so ist dafür ein Sachbezug von 2 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ (höchstens EUR 960 pro Monat) anzusetzen.

Liegt der CO2-Emissionswert des KFZ bei höchstens 141 g/km (Grenzwert bei Zulassung nach dem 31. März 2020; 118 g/km bei Anschaffung im Jahr 1. Jänner bis 31. März 2020), so beträgt der Sachbezug weiterhin 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ (höchstens EUR 720 pro Monat). Am Jahresende sollte auch überprüft werden, ob der halbe oder volle Sachbezugswert zur Anwendung kommt (unter/über 6.000 privat gefahrene Kilometer).

TPA TIPP: Eine Neuanschaffung des Firmen-KFZ kann zur Verringerung des Sachbezugswertes führen.

Durch das 2020 eingeführte neue WLTP-Messverfahrens ist es zu einer Erhöhung der ermittelten CO2-Emissionswerte gekommen:

Jahr der Erstzulassung Maximale CO2-Emissionswerte
2021 138 Gramm pro Kilometer
2022 135 Gramm pro Kilometer
2023 132 Gramm pro Kilometer
2024 129 Gramm pro Kilometer
ab 2025 126 Gramm pro Kilometer

 

TPA TIPP: Der Sachbezug für E-Autos (ohne CO2-Ausstoß) liegt bei “Null“, der geldwerte Vorteil muss in der Steuererklärung nicht angegeben werden. Überdies ist auch das Gratis-Stromtanken in der Firma nicht steuerpflichtig.

TPA TIPP: Ein weiterer Vorteil von reinen Elektrofahrzeugen ist der Vorsteuerabzug. Bei E-Autos (ohne CO2-Ausstoß) können – anders als bei normalen PKWs – Vorsteuern voll in Abzug gebracht werden, dabei ist jedoch auf die ertragssteuerliche Angemessenheitsgrenze von EUR 40.000 zu achten.

Übersteigen die Anschaffungskosten diesen Betrag um mehr als 100 %, dh betragen die Anschaffungskosten mehr als EUR 80.000, steht gar kein Vorsteuerabzug zu. Zwischen EUR 40.000 und EUR 80.000 steht der Vorsteuerabzug anteilig zu.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.


 

IV. STEUERTIPPS FÜR KAPITALVERMÖGENSBESITZER

Hier finden Sie die Steuerspartipps für Kapitelvermögensbesitzer zum Jahresende.

Verluste aus Kapitalvermögen

Werden Veräußerungsverluste aus Kapitalvermögen (zB Aktien, Anleihen, Fonds) oder Derivaten erzielt, die “Neuvermögen“ darstellen und dem Steuersatz von 27,5 % unterliegen, können diese unter Berücksichtigung einiger Einschränkungen mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

Ein Verlustausgleich ist jedoch nur mit gleichartig besteuerten Überschüssen aus Kapitalvermögen im selben Jahr möglich (zB Dividenden, Anleihezinsen, Veräußerungsgewinne aus Aktien oder Anleihen). Eine Verrechnung mit Zinserträgen aus Bankguthaben – hier ist der KESt-Satz ja bei 25 % geblieben – ist nicht möglich. Für Kapitalvermögen in Depots, die von demselben Bankinstitut geführt werden, erfolgt ein automatischer Verlustausgleich. Bei betrieblichen Depots, Gemeinschaftsdepots und für Wertpapiere, bei denen die Anschaffungskosten pauschal ermittelt werden, wird der Verlustausgleich nicht automatisch durchgeführt.

TPA TIPP: Besitzen Sie Wertpapiere bei unterschiedlichen Bankinstituten, ist ein „übergreifender“ Verlustausgleich nur im Rahmen der Veranlagung beim Finanzamt möglich. Hierbei müssen nicht alle Kapitaleinkünfte offengelegt werden, sondern nur jene, für die ein Ausgleich beantragt wird. Haben Sie daher beispielsweise KESt-pflichtige Ausschüttungen aus GmbHs/AGs erhalten, können Sie bei Verlusten aus Aktien-/ Anleihen-/Derivatverkäufen mit einer Veranlagung KESt vom Finanzamt zurückholen.

TPA TIPP: Prüfen Sie vor Jahresende, ob für Sie Verkäufe von Verlustpositionen sinnvoll sind. Sie können dadurch evtl. eine Gutschrift von bereits bezahlter KESt erreichen! Umgekehrt können Gewinnrealisierungen dann sinnvoll – weil (teilweise) KESt-frei – sein, wenn Sie heuer bereits relevante Verluste aus Kapitalvermögen erlitten haben.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Spekulationsverluste aus Kryptowährungen

Beträgt der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung von Kryptowährungen weniger als ein Jahr, erfolgt die Besteuerung im Privatvermögen grundsätzlich als Spekulationseinkünfte mit dem progressiven Steuersatz bis zu 50 % bzw. 55 %.

Erfolgt eine Veräußerung mit Verlust, kann dieser nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften innerhalb desselben Kalenderjahres verrechnet werden. Eine Verlustverrechnung  mit anderen Einkünften (zB aus unselbständiger Tätigkeit oder Kapitalvermögen) ist nicht möglich.

TPA TIPP: Prüfen Sie gegen Jahresende Ihre heurigen Transaktionen mit Kryptowährungen. Eventuell kann es steuerlich sinnvoll sein, noch heuer Verlustpositionen zu realisieren, um damit bisherige steuerpflichtige steuerliche Gewinne des Jahres 2020 auszugleichen (oder umgekehrt) und damit steuerfrei zu stellen.

TPA TIPP: Für weitere steuerliche Details zu den Kryptowährungen lesen Sie unsere aktuelle News- Beiträge: FAQs zu Kryptowährungen

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.


 

V. STEUERTIPPS FÜR IMMOBILIENBESITZER

Hier finden Sie die Steuerspartipps für Kapitelvermögensbesitzer zum Jahresende.

Degressive Abschreibung

Siehe unsere Ausführungen oben im Kapitel Unternehmer.

Vorgezogene Abschreibung bei Gebäuden

Siehe unsere Ausführungen oben im Kapitel Unternehmer

Investitionsprämie

Siehe unsere Ausführungen oben im Kapitel Unternehmer.

Aufbewahrung von Unterlagen

Siehe unsere Ausführungen oben im Kapitel Unternehmer.

Günstige Pauschalbesteuerung für geschenkte Altimmobilien

Immobilien des Privatvermögens, die am 31.3.2012 infolge Ablaufs der Spekulationsfrist nicht steuerhängig waren – also sog. Altimmobilien, können von natürlichen Personen bei Verkauf mit einer Immobilienertragsteuer – ImmoESt von 4,2 % des Veräußerungserlöses pauschal besteuert werden. Bei bestimmten Umwidmungen beträgt die ImmoESt 18 %.

TPA TIPP: Wenn Sie die Immobilie ertragsteuerlich unentgeltlich (in der Familie) weitergeben, bleibt diese günstige Pauschalbesteuerungsmöglichkeit beim Geschenknehmer erhalten.

TPA TIPP: Dies gilt auch bei einer gemischten Schenkung, wenn der Schenkungscharakter überwiegt, dabei sollte die wirtschaftliche Gegenleistung, bspw. Eine kleine Unterhaltsrente jedenfalls deutlich unter 50 % des Verkehrswertes der Liegenschaft liegen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Befreiung von der 30%igen Immobilienertragsteuer – ImmoESt

Private Grundstücksveräußerungen sind grundsätzlich mit der 30%igen ImmoESt belastet. Ermäßigungen – häufig auf faktisch 4,2 % ImmoESt – bestehen insbesondere für sog. Altgrundstücke.

TPA TIPP: Steuerfreiheit besteht unter bestimmten Voraussetzungen bei Verkauf

  • des eigenen Hauptwohnsitzes oder
  • von privaten, selbst hergestellten Gebäuden.

Die ImmoESt muss idR gleich an den Notar bezahlt werden, der die Steuer an das Finanzamt abführt.

TPA TIPP: Ziehen Sie vor Verkauf Ihrer Immobilie Ihren TPA Steuerberater bei, oft können kleine Änderungen im Vertragswerk beträchtliche Steuerersparnisse bringen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Hauptwohnsitzbefreiung auch bei Genossenschaftswohnungen

Die Hauptwohnsitzbefreiung stellt unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme von der Immobilienertragsteuer dar, insbesondere wenn der Steuerpflichtige

  • im Falle der Veräußerung zuvor ab der Anschaffung / Herstellung durchgehend mindestens zwei Jahre in der Immobilie seinen Hauptwohnsitz hatte, oder
  • innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre seinen Hauptwohnsitz hatte.

TPA TIPP: Diese zweite Hauptwohnsitzbefreiung ist auch dann anwendbar, wenn der Veräußerer eine (ehemalige) Genossenschaftswohnung innerhalb des relevanten Zeitraums als Mieter, und nicht als Eigentümer bewohnt hat und die Genossenschaftswohnung erst kurz vor der Veräußerung erworben hat.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Grundanteil

Bei Kauf und Vermietung einer Immobilie ist vom Kaufpreis der Grundanteil auszuscheiden, denn nur das Gebäude kann jährlich abgeschrieben werden. Ohne Nachweis sind je nach Lage entsprechend der Grundanteil-VO des BMF 20 %, 30 % oder 40 % auszuscheiden.

TPA TIPP: Bei größeren Immobilien kann sich ein Gutachten rechnen, im Einzelfall kann der Grundanteil bei Nachweis auch unter 20 % liegen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Fünfzehntel

Ausgaben für Instandsetzungen bei vermieteten Wohngebäuden sind auf 15 Jahre abzuschreiben.

TPA TIPP: Auch nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Instandhaltung dürfen auf Antrag über genau 15 Jahre verteilt abgesetzt werden; ein solcher Antrag kann vorteilhaft sein, wenn andernfalls ein nicht verwertbarer Verlust entstehen würde.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Begünstigung für Einlagen von Immobilien ins Betriebsvermögen

Bei einer Einlage von „Alt-Immobilien“ vom Privatvermögen in das steuerliche Betriebsvermögen bleibt die Altvermögenseigenschaft für den Grund und Boden erhalten. Das bedeutet, dass auch die künftigen Wertsteigerungen des Grund und Bodens bei Verkauf aus dem Betriebsvermögen der günstigeren Immo-ESt unterliegen (4,2 % vom Erlös anstatt 30 % des Gewinnes).

TPA TIPP: Bewahren Sie Ihre Steuerunterlagen von 2012 unbefristet auf, um später den Nachweis über die steuerliche Qualifikation Ihrer Immobilien führen zu können.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Welche Investitionen machen 2020 noch steuerlich Sinn?

  • Bei Investitionen in und Inbetriebnahme von Immobilien ab 01.07. bis 31.12.2020 ist eine volle Abschreibung möglich, da für neu angeschaffte Gebäude die Halbjahresregel nicht mehr gilt.
  • Weiters können Sie Vorauszahlungen auf laufende Reparaturen des kommenden Jahres tätigen und diese sofort absetzen.
  • Überdies können natürliche Personen betriebliche Investitionen in Gebäude und Herstellungsaufwendungen als Mieter für ein Gebäude idR zur Deckung des Investitionserfordernisses für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen steht für Investitionen in Immobilien die I-Prämie zu.

TPA TIPP: Bei hohen Gewinnen können Sie Steuern sparen, wenn Sie den Betrieb rückwirkend unter Anwendung des Artikel III UmgrStG in eine GmbH einbringen. Mit unserem Online Tool für Unternehmer, dem TPA Rechtsformrechner können Sie einfach die für Sie günstigste Rechtsform ausrechnen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

GrESt-Befreiung bei Betriebsübergabe

Bei der Grunderwerbsteuer – GrESt kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Unternehmensnachfolger ein Freibetrag von bis zu EUR 900.000 (bei Gewerbebetrieben) geltend gemacht werden. Weiters erfolgt eine Deckelung der GrESt mit 0,5 % vom idR geringeren Grundstückswert.

TPA TIPP: Im Falle der Schenkung muss der Übergeber insbesondere entweder das 55. Lebensjahr vollendet haben oder erwerbsunfähig sein.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Unentgeltliche Übertragung von Liegenschaften – Fruchtgenussvorbehalt

Um gegen allfällige künftige Erbschafts- und Schenkungssteuer vorzubeugen und zur Regelung der vorweggenommenen Erbfolge besteht die Möglichkeit der Schenkung von Liegenschaften unter Zurückbehaltung des Fruchtgenusses; d.h., die Einkünfte der vermieteten Liegenschaft verbleiben beim Geschenkgeber, das Eigentum geht auf den Geschenknehmer über.

TPA TIPP: Durch Zahlungen für Substanzabgeltung in Höhe der AfA vom Fruchtgenussberechtigten an den Eigentümer kann ein Entfall der bisherigen Abschreibung des Gebäudes verhindert werden.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.


VI. STEUERTIPPS FÜR ALLE STEUERPFLICHTIGEN

Lesen Sie hier, was Sie steuerlich absetzen können, in den Steuerspartipps für alle Steuereinzahler.

Spenden als Sonderausgabe absetzbar

Spenden an auf der BMF-Liste aufscheinende Empfänger (und an Feuerwehren) können bis zu 10 % des Einkommens steuerlich abgesetzt werden.

TPA TIPP: Prüfen Sie Anfang kommenden Jahres, ob alle Spendenorganisationen Ihre Spenden des Jahres 2020 gemeldet haben. Wenn nicht, geben Sie den Organisationen Ihren vollständigen Namen (laut Meldezettel) und das Geburtsdatum bekannt, sodass die Spenden unkompliziert nachgemeldet werden können. Bei laufenden Spenden tragen Sie Ihr Geburtsdatum unter Zahlungsvermerk ein.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Nachkauf von Versicherungszeiten

Beträge für den Nachkauf von Versicherungszeiten sind Sonderausgaben.

TPA TIPP: Lassen Sie sich beraten, ob und wie sich ein Nachkauf rechnet. Die Beträge sind voll absetzbar und kosten daher bei entsprechendem Einkommen durch die Steuerersparnis nur die Hälfte.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Kirchenbeiträge

Kirchenbeiträge sind bis EUR 400 als Sonderausgabe voll absetzbar.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Familienbonus

Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes können EUR 1.500 p.a. und ab dem 18. Lebensjahr des Kindes EUR 500 p.a. als Absetzbetrag berücksichtigt werden. Der Absetzbetrag verringert tatsächlich die Steuer, ist jedoch nicht negativsteuerfähig. Voraussetzung ist der Bezug der Familienbeihilfe, bei unterjährigen Änderungen wird monatlich aliquotiert.

TPA TIPP: Der Familienbonus kann über die Lohnverrechnung (eine entsprechende Erklärung ist dem Arbeitgeber vorzulegen) und auch im Rahmen der (Arbeitnehmer-)Veranlagung beansprucht werden.

TPA TIPP: Der Antrag auf Familienbonus plus kann auch zurückgezogen werden. Das macht Sinn, wenn Sie heuer zu wenig Einkünfte beziehen.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Kindermehrbetrag

Der Kindermehrbetrag von EUR 250 p.a. steht jenen Eltern zu, die keine Steuer zahlen, aber Anspruch auf den Familienbonus hätten. Werden mehr als 330 Tage Arbeitslosenentgelt, Notstandshilfe etc. bezogen, steht der Kindermehrbetrag nicht zu.

Mehr Steuerspartipps finden Sie im Kapitel Unternehmer.

Pflegekosten und (Zahn-)Arztrechnungen als ag Belastung

Außergewöhnliche Belastungen können nur im Jahr der Zahlung berücksichtigt werden und wirken sich idR nur dann aus, wenn der nicht abzugsfähige Sockelbetrag überschritten wird.

TPA TIPP: Vor allem hohe Arztrechnungen (zB Zahnarzt) sollten nicht in Raten auf mehrere Jahre verteilt bezahlt werden, da jedes Jahr der Sockelbetrag zu berücksichtigen ist. Wenn möglich sollten hohe Rechnungen in einem Jahr bezahlt werden. In diesem Jahr sollten insb. auch alle anderen Arzt- und Apothekenrechnungen gesammelt werden, den jeder Euro, der den Sockelbetrag überschreitet, wirkt sich steuermindernd aus.

TPA TIPP: Wenn Sie kein steuerpflichtiges oder ein geringeres Einkommen haben als Ihr (Ehe)Partner, so sollte dieser Ihre Arztrechnungen und Ihren Kirchenbeitrag zahlen, damit kann mit einer Steuererklärung Ihres (Ehe)Partners unter Umständen ein höherer Steuerspareffekt erzielt werden.

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Voraussichtliche SV-Werte 2021

Alle, die mit den neuen Werten schon für das nächste Jahr planen wollen, finden hier die wichtigsten veränderlichen, voraussichtlichen Werte für das Jahr 2021:

Aufwertungszahl

1,033

Geringfügigkeitsgrenze p.M.

EUR 475,86

Dienstgeberabgabe – Grenzwert für Pauschbetrag

EUR 713,79

Höchstbeitragsgrundlage – HBGL pro Tag

EUR 185,00

HBGL pro Monat

EUR 5.550,00

HBGL für freie Dienstnehmer (DN) ohne SZ

EUR 6.475,00

HBGL für Sonderzahlungen für echte und freie DN

EUR 11.100,00

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Falls Sie noch Fragen zu den Steuerspartipps haben, kontaktieren Sie bitte unsere Experten!

 

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