Was ändert sich bei Sachbezügen 2018 in Österreich?

11. Januar 2018

Sachbezüge 2017 tpa steuerberatung

Was hat sich mit Jahresbeginn im Bereich Lohnverrechnung in Österreich geändert? Welche Neuerungen im Arbeits- und Sozialversicherungsrecht wirken sich speziell bei Ihnen aus?

1. Sachbezüge 2018 bei Firmen-PKW

PKW-Sachbezug: Privatnutzung

Für die Privatnutzung des Firmen-PKW ist seit 1.1.2016 ein Sachbezug in der Höhe von 2 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des PKW (höchstens EUR 960 pro Monat) anzusetzen. Aber: Falls der CO2-Emissionswert eines 2018 neu zugelassenen KFZ bei höchstens 124 g/km liegt, so beträgt der Sachbezug weiterhin 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des PKW (höchstens EUR 720 pro Monat). Für die private Verwendung eines Elektroautos kommt kein Sachbezug zum Ansatz.

PKW-Sachbezug: Emissionswert

Der maßgebliche Emissionswert vermindert sich – beginnend mit 2017 – jährlich um 3 g/km. Für die Ermittlung des Sachbezugs ist die CO2-Emissionswertgrenze des Kalenderjahres der Anschaffung entscheidend. Für den Sachbezug 2016 war daher maßgeblich, ob der vorhandene PKW einen Emissionswert von höchstens 130 g/km hat – unerheblich ist, in welchem Jahr der PKW angeschafft wurde. Dieser Sachbezug ist sowohl sozialversicherungs- als auch lohnsteuerpflichtig; für 2017 betrug der Grenzwert 127 g/km.

PKW-Sachbezug: Voraussetzung

Bei einer nachgewiesenen Privatnutzung von nicht mehr als 500 km pro Monat (einschließlich Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte) ist der Sachbezug mit 0,75 % bzw. 1 % der Anschaffungskosten (höchstens EUR 480 bzw. EUR 360 pro Monat) anzusetzen. Damit der „halbe“ Sachbezugswert anerkannt wird, ist jedoch entweder das Führen eines lückenlosen Fahrtenbuches oder die Vorlage anderer geeigneter Nachweise Voraussetzung.

Steuertipp für die richtige Wahl des Firmenautos

Welche Automodelle eigenen sich als Dienstautos durch begünstigte Sachbezüge? Hier finden Sie die PKW-Modelle, die einen niedrigen CO2 Ausstoß haben und für die somit nur ein reduzierter Sachbezug verrechnet: Firmenwagen & Sachbezug: Steuerbegünstigte Modelle 2018 

Neues Dienstauto: Änderungen ab 1.September 2018

Wer ein Dienstauto kommt, sollte es am besten noch vor September 2018 bestellen, denn ab dann wird der Verbrauch nach einem neuen Verfahren ermittelt und eventuell könnte damit der begünstigte Sachbezug wegfallen.

Kann der Dienstnehmer abwechselnd verschiedene arbeitgebereigene Fahrzeuge nützen, sind

  • der Durchschnittswert der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge und
  • der Durchschnittswert des auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsatzes maßgebend.

Wenn unter diesen Fahrzeugen ein Fahrzeug mit einem Sachbezug von 2 % ist, ist ein Sachbezug von max. 960 Euro, in allen anderen Fällen von max. 720 Euro anzusetzen.

KFZ‐Sachbezüge bei wesentlich beteiligten Gesellschafter

Seit 1.1.2017 ist der KFZ‐Sachbezug bei wesentlich beteiligten Gesellschafter als Geschäftsführer entweder nach der Sachbezugswerteverordnung oder nach den gesamten Kosten des KFZ zu bewerten. Denn die zu erlassende Sachbezugsverordnung für Selbständige wurde bis dato noch nicht veröffentlicht.

Kostenbeiträge bei Sachbezugs-PKW

Leistet ein Dienstnehmer monatliche Kostenbeiträge zum Sachbezug, so kürzt dieser Kostenbeitrag grundsätzlich den Sachbezug. Bei einem PKW, der die Angemessenheitsgrenze von EUR 48.000 überschreitet, ist der monatliche Kostenbeitrag nach Ansicht des BMF vor Wahrnehmung des Höchstbetrages von EUR 960 bzw. EUR 480 zu berücksichtigen. Er geht somit ganz oder teilweise „ins Leere“. Bei einmaligem Kostenbeitrag ist der Sachbezugswert von den um den Kostenbeitrag geminderten Anschaffungskosten zu rechnen.

2. Sachbezug bei Dienstwohnungen: die aktuellen Werte

Ab 1.1.2018 erhöhen sich die Richtwerte für den Sachbezug in Österreich. Für 2018 sind daher folgende Quadratmeterpreise anzusetzen:

 Bundesland

 Richtwert

 Bundesland

 Richtwert

 Burgenland

EUR 5,09

 Steiermark

EUR 7,70

 Kärnten

EUR 6,53

 Tirol

EUR 6,81

 Niederösterreich

EUR 5,72

 Vorarlberg

EUR 8,57

 Oberösterreich

EUR 6,05

 Wien

EUR 5,58

 Salzburg

EUR 7,71

3. Sachbezug bei Parkplätzen

Stellt der Dienstgeber seinen Dienstnehmern einen kostenlosen Parkplatz innerhalb einer parkraumbewirtschafteten Zone („blaue Zone“) zur Verfügung, so ist dafür ein Sachbezug in Höhe von EUR 14,53 pro Monat anzusetzen.

Der Sachbezug kommt für alle Orte mit Parkraumbewirtschaftung zum Tragen, wenn

  • das Abstellen von KFZ auf öffentlichen Verkehrsflächen für einen bestimmten Zeitraum gebührenpflichtig ist und
  • der vom Arbeitgeber bereitgestellte Parkplatz innerhalb des gebührenpflichtigen Bereichs liegt.

Ein aktuelles Detail zu den Regelungen in Wien: Mit 4.9.2017 führte nach Wien-Währing (5.9.2016) auch Wien-Favoriten die flächendeckende Kurzparkzone ein (bestimmte Gebiete sind aber ausgenommen). Daher ist nun auch im 10. Bezirk von einer flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung im Sinne der Sachbezugswerteverordnung, BGBl II 2001/416, auszugehen. Folglich ist Arbeitnehmern in Wien-Favoriten für die Zurverfügungstellung von arbeitgebereigenen oder vom Arbeitgeber angemieteten Garagen- oder Abstellplätzen nunmehr ebenfalls ein Sachbezugswert in Höhe von EUR 14,53 monatlich zuzurechnen.

4. Sachbezug bei Zinsersparnissen bei Gehaltsvorschüssen und Arbeitgeberkrediten

Für unverzinsten oder zinsverbilligten Kredit oder Gehaltsvorschuss, den der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer gewährt und der den Wert von EUR 7.300 übersteigt, ist vom übersteigenden Wert ein Sachbezug für die Zinsersparnis in Höhe von 0,5 % (Wert 2018) anzusetzen.

 

TPA Newsletter 1/2018 - Lohnverrechnung
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