Was ändert sich: Sachbezüge 2017

11. Januar 2017

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Was hat sich mit Jahresbeginn im Bereich Lohnverrechnung bzw. Personalverrechnung in Österreich geändert?

Welcher Sachbezug für PKW, Parkplatz und Geschäftsführer sind heuer wichtig für Sie? Informieren Sie sich hier im Überblick oder in unserer kostenlose Broschüre ‚Das 1×1 der Steuern. Alle aktuelle Informationen‚! (Der praktische TPA Steuerfolder erscheint jährlich neu und kann per PDF Download oder via Post nach Hause bestellt werden.

1. Sachbezug bei Firmen-PKW 2017

Wenn der Dienstnehmer die Möglichkeit hat, den Firmen-PKW auch für Privatfahrten zu nutzen, so ist dafür seit 1.1.2016 ein Sachbezug in der Höhe von 2 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des PKW (höchstens EUR 960,00 pro Monat) anzusetzen.

Aber: Falls der CO2-Emissionswert eines 2017 neu zugelassenen KFZ bei höchstens 127 g/km liegt, so beträgt der Sachbezug weiterhin 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des PKW (höchstens EUR 720,00 pro Monat).

Sachbezug für Elektroautos

Für die private Verwendung eines Elektroautos kommt kein Sachbezug zum Ansatz.

Sachbezug und CO2-Emissionswertgrenze

Der maßgebliche Emissionswert vermindert sich – beginnend mit 2017 – jährlich um 3 g/km.

Für die Ermittlung des Sachbezugs ist die CO2-Emissionswertgrenze des Kalenderjahres der Anschaffung entscheidend. Für den Sachbezug 2016 war daher maßgeblich, ob der vorhandene PKW einen Emissionswert von höchstens 130 g/km hat – unerheblich ist, in welchem Jahr der PKW angeschafft wurde. Dieser Sachbezug ist sowohl sozialversicherungs- als auch lohnsteuerpflichtig.

Firmen-PKW mit wenig Privatnutzung: Halber Sachbezug

Kann der Dienstnehmer nachweisen, dass er den Firmen-PKW nicht mehr als 500 km pro Monat für Privatfahrten nutzt (einschließlich Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte), so ist der Sachbezug mit 0,75 % bzw. 1 % der Anschaffungskosten (höchstens EUR 480,00 bzw. EUR 360,00 pro Monat) anzusetzen. Damit der „halbe“ Sachbezugswert anerkannt wird, ist jedoch entweder das Führen eines lückenlosen Fahrtenbuches oder die Vorlage anderer geeigneter Nachweise Voraussetzung.

Sachbezug bei verschiedenen Fahrzeugen

Kann der Dienstnehmer abwechselnd verschiedene arbeitgebereigene Fahrzeuge nützen, sind

  • der Durchschnittswert der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge und
  • der Durchschnittswert des auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsatzes maßgebend.

Wenn unter diesen Fahrzeugen ein Fahrzeug mit einem Sachbezug von 2 % ist, ist ein Sachbezug von maximal 960,00 Euro anzusetzen. In allen anderen Fällen ist ein Sachbezug von maximal 720,00 Euro anzusetzen.

1.2 KFZ‐Sachbezüge bei wesentlich beteiligten Gesellschafterinnen

Mit Wirkung ab 1.1.2017 ist der KFZ‐Sachbezug bei wesentlich beteiligten Gesellschafter/innen als Geschäftsführer ausschließlich nach der Sachbezugswerteverordnung zu bewerten. Dies kann Auswirkungen im Bereich der Lohnnebenkosten und der Einkommensteuer haben.

1.3 Kostenbeiträge bei Sachbezugs-PKW

Leistet ein Dienstnehmer monatliche Kostenbeiträge zum Sachbezug, so kürzt dieser Kostenbeitrag grundsätzlich den Sachbezug. Bei einem PKW, der die Angemessenheitsgrenze von EUR 48.000,00 überschreitet, ist der monatliche Kostenbeitrag nach Ansicht des BMF vor Wahrnehmung des Höchstbetrages von EUR 960,00 bzw. EUR 480,00 zu berücksichtigen. Er geht somit ganz oder teilweise „ins Leere“.

Bei einmaligem Kostenbeitrag bestand bis 31.12.2015 das Wahlrecht,

  • ob dieser auf acht Jahre verteilt bei der laufenden Sachbezugsbewertung abgezogen, oder
  • ob der Sachbezugswert von vornherein von den gekürzten Anschaffungskosten berechnet wird.

Als Sachbezug war der Wert nach der günstigeren Variante anzusetzen.

Seit 1.1.2016 ist der Sachbezugswert von den um den Kostenbeitrag geminderten Anschaffungskosten zu rechnen.

2. Sachbezug bei Dienstwohnungen: die aktuellen Werte

Für 2017 sind folgende Quadratmeterpreise anzusetzen:

  Bundesland

  Richtwert

  Bundesland

  Richtwert

  Burgenland

  EUR 4,92

  Steiermark

  EUR 7,44

  Kärnten

  EUR 6,31

  Tirol

  EUR 6,58

  Niederösterreich

  EUR 5,53

  Vorarlberg

  EUR 8,28

  Oberösterreich

  EUR 5,84

  Wien

  EUR 5,39

  Salzburg

  EUR 7,45

3. Sachbezug bei Parkplätzen

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Stellt der Dienstgeber seinen Dienstnehmern einen kostenlosen Parkplatz innerhalb einer parkraumbewirtschafteten Zone („blaue Zone“) zur Verfügung, so ist dafür ein Sachbezug in Höhe von EUR 14,53 pro Monat anzusetzen.

Der Sachbezug kommt für alle Orte mit Parkraumbewirtschaftung zum Tragen,

  • wenn das Abstellen von KFZ auf öffentlichen Verkehrsflächen für einen bestimmten Zeitraum gebührenpflichtig ist und
  • der vom Arbeitgeber bereitgestellte Parkplatz innerhalb des gebührenpflichtigen Bereichs liegt.

Parken in Wien-Währing

Mit 5.9.2016 führte Wien-Währing die flächendeckende Kurzparkzone ein. Daher ist nun auch im 18. Bezirk von einer flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung im Sinne der Sachbezugswerteverordnung, BGBl II 2001/416, auszugehen. Folglich ist Arbeitnehmern in Wien-Währing für die Zurverfügungstellung von arbeitgebereigenen oder vom Arbeitgeber angemieteten Garagen- oder Abstellplätzen nunmehr ebenfalls ein Sachbezugswert in Höhe von € 14,53 monatlich zuzurechnen.

4. Sachbezug bei Zinsersparnissen bei Gehaltsvorschüssen und Arbeitgeberkrediten

Gewährt ein Dienstgeber seinem Arbeitnehmer einen unverzinsten oder zinsverbilligten Kredit oder Gehaltsvorschuss, der den Wert von EUR 7.300,00 übersteigt, so ist vom übersteigenden Wert ein Sachbezug anzusetzen.

Die Zinsersparnis ist auch für das Jahr 2017 mit einem Prozentsatz von 1 % zu berechnen.

Haben Sie noch Fragen zu Sachbezügen und Firmen-PKW?

Sollten Sie Fragen zur Berechnung von Sachbezügen oder steuerliche Fragen zur Anschaffung von (Elektro-)Firmenwagen haben, kontaktieren Sie Wolfgang Höfle per E-Mail und vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

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