Rumänien: Steuer Update 2018

28. Februar 2018

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Rumänien: Reform der Sozialversicherung

Diverse Änderungen bei der Körperschaft- und Umsatzsteuer brachte das neue Jahr in Rumänien. Unter anderem wurde die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer ausgeweitet. Auch bei der Sozialversicherung ändert sich Einiges. Details finden Sie hier.

2018 treten in Rumänien in folgenden Bereichen Änderungen in der Gesetzgebung in Kraft:

Körperschaftsteuer: Abzugsfähigkeit von Finanzierungskosten

Folgende Finanzierungskosten können bis zu einer Grenze von EUR 200.000 als Betriebsausgaben angesetzt werden:

  • Zinsen
  • Zinsen, die Teil eines Anlageguts darstellen
  • fiktive Zinsen von derivativen Finanzinstrumenten
  • Provisionen
  • Fremdwährungsgewinne.

Die Abzugsfähigkeit des Betrages, der diese Grenze überschreitet, ist mit 10 % des Bruttogewinns des Darlehensnehmers begrenzt – angepasst um gewisse Beträge (abzüglich nicht steuerbarem Einkommen, zuzüglich Finanzierungskosten und steuerlicher Abschreibung).

Ist die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der 10-%-Grenze negativ oder null, sind die Finanzierungskosten zwar nicht in derselben Periode absetzbar, können jedoch für einen unbegrenzten Zeitraum vorgetragen werden.

Diese Abzugsbeschränkungen gelten nicht für Steuerzahler, die weder zu einer Unternehmensgruppe gehören, noch verbundene Unternehmen oder Betriebsstätten haben.

Die Einführung von steuerlichen Erleichterungen in diesem Zusammenhang bleibt abzuwarten.

Neue Schwelle für die Umsatzsteuerregistrierung

Der Rat der Europäischen Union hat einer Erhöhung der Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer von EUR 65.000 auf EUR 88.5000 (RON 220.000 auf RON 300.000) zugestimmt. Dieser neue Grenzwert soll – nachdem er im nationalen Gesetz verankert wurde – bis Dezember 2020 gelten.

Bankkonto für Umsatzsteuer

Seit dem Jahr 2018 sind folgende zur Umsatzsteuer registrierte Unternehmen dazu verpflichtet, zumindest ein Bankkonto zu eröffnen und explizit für das Einsammeln und die Abfuhr der Umsatzsteuer zu verwenden:

  • Unternehmen, die mit Ende 2017 bereits fällige Umsatzsteuer-Rückstände über
    ƒƒ – EUR 3.000 für große Steuerzahler,
    ƒƒ – EUR 2.000 für mittelgroße Steuerzahler und
    ƒƒ – EUR 1.000 für kleine Steuerzahler aufweisen,
    die bis 31.01.2018 nicht bezahlt wurden.
  • Ab 01.01.2018 bei Umsatzsteuerverbindlichkeiten, die seit mehr als 60 Tagen ausständig sind (die oben angeführten Grenzwerte werden angewendet).
  • Bei laufenden Insolvenzverfahren.

Andere umsatzsteuerpflichtige Personen können freiwillig auf die Umsatzsteueraufteilung optieren (sie profitieren dann von einer 5%igen Reduktion der Körperschaftsteuer/Steuer für Kleinunternehmer für den zugehörigen Zeitraum). Umsatzsteuerzahlungen an Lieferanten, welche die Umsatzsteueraufteilung anwenden, sollten auf das jeweilige Umsatzsteuerbankkonto erfolgen.

Körperschaftsteuer für Kleinstunternehmen

Die Einkommensschwelle für die Anwendung der Kleinstunternehmerregelung für sämtliche juristische Personen wurde von EUR 500.000 auf EUR 1 Mio. erhöht, unabhängig von der Geschäftstätigkeit (Ausnahme: Unternehmen in Liquidation). Derzeit wird die Einführung der Optierung auf Gewinnbesteuerung (unter bestimmten Voraussetzungen) erwartet.

Sozialversicherungsbeiträge und Einkommensteuer

  • Seit 1. Jänner 2018 werden vom Bruttogehalt die Pensionsversicherung (25 %) und der Krankenversicherungsbeitrag (10 %) abgezogen. Der Arbeitgeber trägt – mit Ausnahme des 2,5%igen Arbeitsversicherungsbeitrags (vom Bruttogehalt) – keine Sozialversicherungskosten mehr.
  • Freiberufler sind ab sofort verpflichtet, die oben angeführte Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge des monatlichen Bruttomindestgehalts (ca. EUR 415 im Jahr 2018) zu leisten. Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen der Krankenversicherung iHv 10 % des monatlichen Mindestbruttogehalts.
  • Senkung des Einkommensteuersatzes von 16 % auf 10 % (Ausnahme: 5%iger Steuersatz auf Einkünfte aus Dividenden bleibt bestehen).

 

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