Österreich: Steuer Update 2018

28. Februar 2018

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In absehbarer Zeit kommen auf Österreichs Unternehmen wichtige Neuerungen zu – unter anderem wird eine Vereinfachung der Gewinnermittlung bei Personengesellschaften angestrebt. Informieren Sie sich hier.

Österreich: Umfassende Steuerreform im Regierungsprogramm angekündigt

In Österreich traten zu Jahresbeginn 2018 nur wenige Änderungen in Kraft; dies ist vor allem auf die Beendigung der vorherigen Koalition Mitte 2017 zurückzuführen. Die neue Regierung plant allerdings umfassende Reformen.

Strukturelle Steuerreform im Regierungsprogramm

Im Regierungsprogramm sind zahlreiche steuerliche Maßnahmen vereinbart worden. Unter anderem soll eine strukturelle Steuerreform durchgeführt werden, die insbesondere folgende Aspekte beinhalten soll:

  • Vereinheitlichung der unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Bilanzen;
  • Modernisierung der steuerlichen Gewinnermittlung, auch für Personengesellschaften;
  • Rechtsformneutrale Besteuerung;
  • Reduktion der Einkunftsarten;
  • Reduktion von Ausnahmen und Sonderbestimmungen;
  • Reform der außergewöhnlichen Belastungen sowie der Sonderausgaben;
  • Tarifreform – insbesondere zur Senkung der Abgabenbelastung für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen (Auch die kalte Progression ist Reformthema).

Zur Entlastung von Unternehmen und des Faktors Arbeit sollen folgende Maßnahmen gesetzt werden:

  • Die Steuer auf nichtentnommene Gewinne soll für KMU gesenkt werden;
  • Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Übernachtungen von 13 % auf 10 %;
  • Reaktivierung der Regelungen bezüglich Einlagenrückzahlungen;
  • Senkung der Lohnnebenkosten und Vereinfachung der Lohnverrechnung;
  • Erleichterung von Betriebsübergaben.

Die konkreten Änderungen bleiben abzuwarten. Weder Umfang noch Zeitpunkt der Reform sind wirklich bekannt und werden die Themengebiete noch einer intensiven fachlichen und politischen Diskussion ausgesetzt sein.

Register der wirtschaftlichen Eigentümer

Neu ist auch die verpflichtende Eintragung von Daten über die (direkten oder indirekten) wirtschaftlichen Eigentümer bestimmter Rechtsträger (insbesondere bestimmter Gesellschaften, Stiftungen und Trusts) in ein eigenes Register. Die erstmaligen Meldungen an das Register haben bis zum 1. Juni 2018 zu erfolgen. Ebenso sind bis dahin (von der Behörde vorgenommene) falsche Eintragungen zu berichtigen. Neben bestimmten Berufsgruppen können auch Behörden in das Register Einsicht nehmen. Meldepflichtverletzungen können mit Geldstrafen EUR bis zu EUR 200.000 bestraft werden.

Sozialversicherungs-Zuordnungsgesetz neu in Kraft

Dieses mit 1. Juli 2017 in Kraft getretene Gesetz dient der Beseitigung von Unsicherheiten, ob eine selbständige oder unselbständige Tätigkeit vorliegt. Die Zuordnung erfolgt durch drei neue Verfahrensarten: Versicherungszuordnung auf Antrag, GPLA mit Mitwirkung der SVA/SVB, und Vorabprüfung.

Erweiterter Grundstücksbetriff in der Umsatzsteuer

Seit 1. Jänner 2017 gilt in Österreich (und innerhalb der EU) der erweiterte Grundstücksbetriff im Umsatzsteuergesetz (UStG). Nun können insbesondere auch Grundstücksvorrichtungen Bestandteil des umsatzsteuerlichen Grundstücks sein.

Forschungsprämie

Die Forschungsprämie wurde ab 1. Jänner 2018 von 12 % auf 14 % erhöht.

Mitarbeiterbeteiligungsstiftungsgesetz 2017 – MitarbeiterBetStG 2017

Nach den Gesetzesmaterialien liegt der Sinn und Zweck der Mitarbeiterbeteiligungsstiftung insbesondere in der Bildung bzw Stärkung eines Kernaktionärs und – damit einhergehend – in der Vermeidung von „feindlichen Übernahmen“ sowie in die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standort. Dafür werden die Aktien für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Mitarbeiterbeteiligungs-Stiftung treuhändig verwaltet und verwahrt.

Die Dividenden aus den treuhändig verwalteten Aktien werden an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeleitet; diese stellen bei diesen Kapitalerträge und keine Lohnbezüge dar. Überdies bestehen für die Übergabe der Aktien an die Stiftung weitere Begünstigungen in der Lohnsteuer und in der Sozialversicherung.

Mittelstandsfinanzierungsgesellschaftengesetz 2017 – MiFiGG 2017

Das MiFiGG 2017 ist von der Europäischen Kommission noch zu genehmigen. Im Gesetz sind steuerliche Anreize sowohl für private Investoren als auch für die Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft vorgesehen:

  • Für private Investoren sind Ausschüttungen von Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften im Betrag von bis zu EUR 15.000 jährlich gänzlich steuerfrei und damit KESt-frei.
  • Die Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften sind im Finanzierungsbereich von der Körperschaftsteuer auf Veräußerungsgewinne und sonstige Wertänderungen hinsichtlich der Beteiligung an den förderungswürdigen Zielunternehmen befreit.

 

Informieren Sie sich auch über die wichtigsten aktuellen steuerlichen Neuerungen in folgenden Ländern, in denen die TPA Gruppe vertreten ist: Albanien, Bulgarien, Kroatien, Polen, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn. Steuernews aus 11 Ländern

 

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