EU stellt neues Energiepaket bis 2030 vor

19. Mai 2017

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Der globale Energiemarkt ändert sich ständig. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will die EU auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Lesen Sie mehr.

Am 30. November 2016 hat die Europäische Kommission ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union (EU) im sich stetig verändernden globalen Energiemarkt auch in Zukunft zu gewährleisten. Das Paket umfasst eine Vielzahl an politischen und legislativen Vorschlägen, wie zum Beispiel die Reduzierung der CO²-Emissionen um mindestens 40 %.

Die drei Hauptziele des EU Energie-Paketes

Bis 2030 sollen die Maßnahmen des Energiepaketes umgesetzt sein. Die drei Hauptziele des energiepolitischen Paketes sind:

  • Förderung von Energieeffizienz,
  • Globale Führungsrolle im Bereich erneuerbare Energie, und
  • Faire Konditionen für die Konsumenten

Was kann das Energie-Maßnahmenpaket wirklich?

Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte analysiert.

Seit dem Jahr 2015 nahmen die Investitionen in Erneuerbare Energie durch die europäischen Mitgliedstaaten rapide ab. Europa hat dadurch erstmals die Marktführerschaft im Bereich Erneuerbare Energie an China abgegeben.

Energie-Paket: Förderungen für Erneuerbare Energie

Das vorgestellte Paket zeigt deutlich, dass die europäische Kommission die Wichtigkeit der Förderung von Erneuerbarer Energie (wieder) erkannt hat. So enthält es eine realistische Zielsetzung zum Ausbau Erneuerbarer Energie mit Hilfe von Anpassungen der bestehenden Richtlinien bis zum Jahr 2030. Vor allem die neuen Vorschläge zur Förderung Erneuerbarer Energie sind relevant: So soll in Zukunft die prioritäre Einspeisung stark begrenzt werden. Zudem soll Erneuerbare Energie von den Mitgliedstaaten künftig nach markttauglichen Kriterien gefördert werden.

Forschung und Innovation

Um das zu erreichen, sollen auch Forschung & Innovation im Energiebereich forciert und erleichtert werden – festgehalten in der Mitteilung zur Energieinnovation. Weitere Maßnahmen geben dem öffentlichen und privaten Sektor die Möglichkeit, stärker in Erneuerbare Energie zu investieren.

Auch die Entwicklung von Strom- und Gaspreisen hat die Kommission überprüft. Klar wurde: in diesem Bereich sind ebenfalls Maßnahmen notwendig. Nur mit deren Hilfe kann das eklatante Preisgefälle zwischen der EU und globalen Wettbewerbern eingedämmt werden. So ist zum Beispiel – trotz leichter Verbesserungen im Jahr 2015 – der Industriestrom in der EU um 70 % teurer als in der USA.

Stromversorgung sichern

Das Maßnahmenpaket beinhaltet eine Vielzahl von Vorschlägen für die Gestaltung der europäischen Strommärkte, darunter auch die Sicherung der Elektrizitätsversorgung. Gerade in Anbetracht der Situation in den CEE-Ländern ist dies als sehr positiv zu werten. Dennoch bedarf es einer genaueren Analyse, weil dadurch auch die Kompetenzen der Europäischen Regulierungsbehörde ACER erweitert werden. Kritisch zu sehen ist die Erhöhung des Energieeffizienzzieles auf 30 %, da die Kosteneffizienz klar im Widerspruch zu den Impact Assessments der Kommission steht und die längerfristige Investitionssicherheit gefährdet.

Resümee zum Energie-Paket der EU

Die EU tut gut daran, den Fokus stärker auf die Energiepolitik zu legen. Das Maßnahmenpaket hilft, die Lücken im europäischen Energiebinnenmarkt weiter zu schließen und einen gemeinsamen europäischen Energiemarkt zu forcieren.

Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass die Kosteneffizienz – gerade im industriellen Bereich – im Fokus steht. Nur so wird es der Europäischen Union gelingen, die globale Führungsrolle im Bereich der Erneuerbaren Energie wieder einzunehmen.

 

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