Unternehmensbewertung in Zeiten des COVID-19

30. April 2020 | Lesedauer: 2 Min

Aufteilung des Vorsteuerabzugese - USt Stolpersteine, die Umsatzsteuer-News von TPA

Ab Ausbruch des Coronavirus sind viele neue wirtschaftliche Unsicherheiten aufgetreten, welche zum Teil einen drastischen Einbruch von Börsenkursen und Börsenindices zur Folge hatte. Ein fachlicher Hinweis der Kammer der Steuerberater und Wirtschafsprüfer – KSW untersucht die Auswirkungen des Coronavirus auf die Unternehmensbewertung:

1. Stichtagsprinzip

Zur Berechnung des Unternehmenswertes werden die Verhältnisse zum Bewertungsstichtag herangezogen; dabei sind alle Informationen beachtlich, welche am Bewertungsstichtag in Erfahrung gebracht werden konnten. Daher geht die Arbeitsgruppe davon aus, dass eine Berücksichtigung von COVID-19 bei Bewertungsstichtagen bis zum 31.12.2019 ausgeschlossen ist. Bei Bewertungsstichtagen nach dem 31.12.2019 muss auf die spezifischen Umstände abgestellt werden, dabei sind das Geschäftsmodell und die räumlichen Aktivitäten entscheidend. Der fachliche Hinweis der KSW enthält eine Chronologie der Ausbreitung des Coronavirus sowie den verfügbaren Informationen zu den jeweiligen Stichtagen.

2. Finanzielle Überschüsse

Bei Berücksichtigung von COVID-19 müssen sowohl negative als auch positive Effekte in der Planungsrechnung berücksichtigt werden. Um der erhöhten Planungsunsicherheit gerecht zu werden, sollten mehrere Szenarien entwickelt werden, welche nach Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtete Erwartungswerte der finanziellen Überschüsse bilden sollten.

3. Kapitalkosten

Trotz Ausbreitung des Coronavirus´ ist mit keiner Änderung der Kapitalkosten zu rechnen. Die empfohlene Marktrisikoprämie liegt unverändert in der Bandbreite von 7,5% – 9,0%. Bei der Schätzung zukünftiger Beta-Faktoren auf Basis einer Regressionsanalyse historischer Daten ist entweder der Kursverfall für den betreffenden Zeitraum auszuklammern, oder es werden rollierende Beta-Faktoren über einen längeren Zeitraum ermittelt.

4. Multiplikatorverfahren

Dabei ist zu beachten, inwieweit Multiplikatoren, die anhand von Informationen vor COVID-19 ermittelt wurden, noch aussagekräftig sind.

FAZIT

Bei Unternehmensbewertungen ändert COVID-19 nichts an der Methodik, jedoch sind die spezifischen Umstände, speziell in der kurz- und mittelfristigen Planung und die erhöhte Unsicherheit zu berücksichtigen.

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