COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen

26. August 2020 | Lesedauer: 3 Min.

TPA Steuerberatung News

COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen

Wir möchten Sie gerne über die kürzlich beschlossene COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen zur Förderung der Wirtschaft und als besonderer Investitionsanreiz informieren. Es handelt sich hierbei um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, der gemäß § 3 Abs. 1 Z 6 EStG von der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer befreit ist. Zudem kürzt der Zuschuss gemäß § 124b Z 365 EStG idF KonStG 2020 die Bemessungsgrundlage für die Absetzung der Abnutzung (AfA) nicht.

Der Antrag ist ab 1.9.2020 bis spätestens 28.2.2021 zu stellen.

Laut Mitteilung der aws vom 27.8. soll – entgegen der derzeitigen gesetzlichen Grundlagen – das Fördervolumen nicht beschränkt sein und auch das first-come, first-serve Prinzip nicht zur Anwendung kommen. Eine entsprechende gesetzliche Änderung im Bedarfsfall müsste noch erfolgen. Es ist uE nach wie vor sinnvoll, bereits frühzeitig entsprechende Investitionen zu planen und eine Antragstellung ab 1.9.2020 zu forcieren.

1. Wer kann einen Zuschuss erhalten?

Förderungsfähig sind Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich,

  • über die zum Zeitpunkt der Antragstellung kein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist,
  • welche die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag der Gläubiger nicht erfüllen und
  • die gegen keine österreichischen gerichtlich geahndeten Rechtsvorschriften verstoßen.

Auch neu gegründete Unternehmen können die Investitionsprämie beantragen, sofern sie über eine Steuernummer und eine Kennzahl des Unternehmensregisters verfügen.

2. Was ist förderungswürdig?

Eine Förderung kann für Neuinvestitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände des abnutzbaren Anlagevermögens beantragt werden, die im Unternehmen bisher noch nicht aktiviert wurden. Auch gebrauchte Vermögensgegenstände kommen in Betracht, sofern es sich um eine Neuanschaffung handelt.

Zu beachten ist, dass die erste Maßnahme der Investition (zB Bestellung, Abschluss des Kaufvertrags, Lieferung, Leistung der Anzahlung, Baubeginn) zwischen 1.8.2020 und 28.2.2021 gesetzt werden muss (für die Antragstellung ab 1.9.2020 muss jedoch noch keine Maßnahme gesetzt werden).

Die Investition muss zudem bis spätestens 28.2.2022 umgesetzt (Inbetriebnahme) werden. Bei Investitionen ab EUR 20 Mio. kann hingegen die Umsetzung bis 28.2.2024 erfolgen.

Nicht gefördert werden:

  • Klimaschädliche Investitionen (zB Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb und Anlagen, die fossile Energieträger nutzen),
  • Aktivierte Eigenleistungen,
  • Leasingfinanzierte Investitionen, sofern sie nicht im Unternehmen aktiviert werden,
  • Erwerb von Gebäuden, Gebäudeanteilen und Grundstücken,
  • Bau und Ausbau von Wohngebäuden, sofern sie verkauft oder zur Vermietung an Private genutzt werden sollen,
  • Finanzanlagen sowie der Erwerb von Beteiligungen und sonstigen Geschäftsanteilen oder Firmenwerten.

3. Höhe der Investitionsprämie

Die Höhe des Zuschusses beträgt grundsätzlich 7 % der Anschaffungskosten.

Für Investitionen in Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit/LifeScience erhöht sich die Höhe auf 14 % der Anschaffungskosten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Wärmepumpenanlagen, sofern kein Anschluss an eine Fernwärmeversorgung möglich ist,
  • Anschluss an ein Fernwärmenetz,
  • Thermische Gebäudesanierung bei betrieblich genutzten Gebäuden,
  • Photovoltaikanlagen,
  • Anlagen zur Klimatisierung von betrieblich genutzten Gebäuden mittels Absorptions- und Adsorptionskältemaschinen oder Free Cooling-Systeme,
  • Elektro-Fahrzeuge (zB E-Pkw, E-Fahrräder) oder E-Ladestationen und
  • Neuanschaffung von Software oder Hardware (zB Datenspeicher-Systeme, Smart Office, Equipment zur Durchführung von Videokonferenzen, Server, Systeme zur Datenerfassung, Cloud-Lösungen, Datensicherheitssysteme).

4. Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Zu beachten ist, dass das minimale Investitionsvolumen netto EUR 5.000 pro Antrag und das maximale Investitionsvolumen netto EUR 50 Mio. pro Unternehmen beträgt. Geringwertige Wirtschaftsgüter (= Wirtschaftsgüter bis EUR 800) können in einem Antrag zusammengerechnet werden.


Gerne unterstützen wir Sie oder übernehmen für Sie die Beantragung der Investitionsprämie für Ihre Investitionen.

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