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Achtung: „Home Office“ als Betriebsstätte

18.12.2017

Das österreichische BMF hat Anfang November unter Bezugnahme auf den 2017 OECD MA-Kommentar eine Auskunft im Rahmen des Express-Antwort-Service („EAS“) gegeben, wann ein Home Office des inländischen Mitarbeiters eine Betriebsstätte für den ausländischen Arbeitgeber darstellen kann.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind insbesondere ausländische Unternehmen, die in Österreich Mitarbeiter beschäftigen und lediglich für Lohnsteuerzwecke in Österreich gemeldet sind. Sofern das ausländische Unternehmen in Österreich über keine Geschäftsräumlichkeiten verfügt und die Leistungen der Mitarbeiter in Österreich auch nicht zur Begründung einer sogenannten „Vertreterbetriebsstätte“ führen, wurde in vielen Fällen keine körperschaft- oder umsatzsteuerliche Registrierung vorgenommen. Dies bedeutet, dass das Unternehmen in Österreich zwar die Lohnsteuer- und Sozialversicherungsabgaben der Mitarbeiter abführt, der Gewinn aber zur Gänze im Ausland versteuert wird und uU auch keine lokal umsatzsteuerpflichtigen Umsätze ausgeführt werden.

Worin besteht das Risiko beim Home Office?

Das Risiko besteht darin, dass im Home Office des Mitarbeiters eine Betriebsstätte für den Arbeitgeber gesehen wird und das ausländische Unternehmen damit einen Teil seines Gewinns in Österreich zu versteuern hat. Außerdem kann sich in gewissen Fällen auch eine lokale Umsatzsteuerpflicht für das ausländische Unternehmen ergeben.

Alarmsignale: Wann wird ein Home Office zur Betriebsstätte des Arbeitgebers?

Folgende Fragen sollten für den jeweiligen Einzelfall im Detail geprüft werden:

 

 

Risiko Betriebsstätte!

Erfordert grundsätzlich die Tätigkeit in Österreich ein Büro und ist daher das Home Office für die Ausübung der Tätigkeit des Mitarbeiters (zwingend) erforderlich?

 

NEIN

 

JA

Werden die Arbeiten bloß gelegentlich und mit zahlreichen Unterbrechungen (auch) im Home Office durchgeführt?

JA

NEIN

Macht der Arbeitnehmer Aufwendungen/Ausgaben im Zusammenhang mit der Nutzung seines österreichischen Wohnsitzes steuerlich geltend?

NEIN

JA

Wird der österreichische Arbeitnehmer seitens des Arbeitsgebers aufgefordert seine Wohnung für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens zur Verfügung zu stellen?

NEIN

JA

Sofern die Antworten auf diese Fragen im roten Bereich liegen, empfehlen wir jedenfalls eine weitergehende Prüfung hinsichtlich des Vorliegens einer Betriebsstätte. Das konkrete Risiko ist dabei immer vom Sachverhalt, der zugrundeliegenden Branche, der Prozesse sowie der spezifischen Tätigkeiten der Mitarbeiter abhängig.

Unsere TPA Experten unterstützen Sie diesbezüglich gern:

Bei Fragen zum Home Office bzw Betriebstätte kontaktieren Sie TPA Expertin Iris Burgstaller

Iris Burgstaller, transfer Pricing, internationale steuern, verrechnungspreise