TPA

Steuerspartipps zum Jahreswechsel 2017/2018

Wie Sie dieses Jahr noch Steuern sparen können von Mag. Monika Seywald und Mag. Gottfried Sulz, beide Steuerberater und Partner bei TPA.

Steuerspartipps zum Jahresende 2017

Hier finden Sie die besten Steuerspartipps zum Jahresende 2017 für Unternehmer, für Dienstnehmer und Dienstgeber, für Immobilienbesitzer und für alle Steuerpflichtigen.

Alle Steuerspartipps in einem PDF

steuertipp, steuer sparen, steuern immobilien, steuern arbeit, spartipp 2017, steuern österreichSie können die TPA Steuerspartipps auch online gesammelt in einem PDF downloaden:

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Um einen Steuertipp zu lesen, klicken Sie einfach auf den gewünschten Titel und der Tipp wird geöffnet:

1.   Unternehmer

  1.1

Gewinnfreibetrag 2017 – kaufen Sie rechtzeitig Werpapiere

Beim Gewinnfreibetrag für Selbständige und Gewerbetreibende gibt es 2017 eine wichtige Neuerung: Die Beschränkung der begünstigten Wertpapiere auf Wohnbauanleihen ist gefallen.

Neues beim Gewinnfreibetrag 2017

In den vergangenen Jahren waren ausschließlich Wohnbauanleihen als begünstigte Wertpapiere zulässig. Diese Einschränkung ist für die Veranlagung 2017 gefallen.

TPA Tipp zu Werpapieren

Wertpapiere müssen zum 31.12.2017 am Wertpapierdepot gebucht sein und dort mindestens vier Jahre verbleiben. Wertpapierorder sollten daher zeitgerecht unter Berücksichtigung der Feiertage vor dem Jahreswechsel getätigt werden.

Hinweis zur Gewinnermittelung

Erfolgt die Gewinnermittlung durch Betriebsausgabenpauschalierung, steht nur der Grundfreibetrag zu. Dadurch können ausgabenpauschalierende Selbständige und Gewerbetreibende in den Genuss der Steuerersparnis durch den Grundfreibetrag kommen.

TPA Tipp zum investitionsbedingten Gewinnfreibetrag

Eine Investition in abnutzbares Anlagevermögen zur Ausnutzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages führt bei einem Steuersatz von 50 % dazu, dass die Investition wirtschaftlich zur Gänze durch die Steuerersparnis gedeckt ist!

  1.2

KMU-Investitionszuwachsprämie 2018

Investitionen in neu angeschaffte, aktivierungspflichtige Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens werden gefördert. Ausgenommen sind allerdings insbesondere PKW und Grundstücke.

Der Investitionszuwachs im Gesamtausmaß von mindestens EUR 50.000 und höchstens EUR 450.000 für Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern wird 2018 mit 15%iger Prämie gefördert. Der Investitionszuwachs im Gesamtausmaß von mindestens EUR 100.000 und höchstens EUR 750.000 für Unternehmen zwischen 49 und 250 Mitarbeitern wird 2018 mit 10%iger Prämie gefördert.

Der Investitionszuwachs berechnet sich nach dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre.

Für die KMU-Investitionszuwachsprämie sollen auch im Jahr 2018 EUR 87,5 Mio. an Mitteln vom BMF bereitgestellt werden. Abgewickelt wird die KMU-Investitionszuwachsprämie nach dem Prinzip one-stop-shop als Förderung von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws). Die Förderrichtlinien sind auf der Website www.aws.at zu finden. Die Prämie kann über das Onlineportal der aws https://foerdermanager.awsg.at beantragt werden.

Für Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist jedoch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH (ÖHT) zuständig.

TPA Tipp zur KMU-Investitionszuwachsprämie

Um in den Genuss einer Förderung zu kommen, sollten die Anträge im Jahr 2018 so rasch wie möglich eingereicht werden, da sich die Fördervergabe wieder am „First-come-First-served-Prinzip“ orientieren wird. Wichtig ist, dass der Förderantrag vor (!) Durchführungsbeginn des Projektes erfolgen muss.

  1.3

Forschungsprämie

Die Forschungsprämie für eigenbetriebliche Forschung und für Auftragsforschung beträgt ab 1.1.2018 14 %.

TPA Tipp zur Forschungsprämie

Dokumentieren Sie Ihre Forschung gut. Seien Sie bei der Erstellung des Antrags sehr gründlich, die Finanz ist bei der Zuerkennung der Forschungsprämie viel strenger geworden.

  1.4

Energieabgabenvergütung für Dienstleister

Ein Vergütungsantrag muss spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt werden. Für das Jahr 2012 und folgende kann ein Vergütungsantrag somit noch bis zum 31.12.2017 gestellt werden.

TPA Tipp zur Energieabgabenvergütung

Um keine Fristen zu versäumen, empfehlen wir allen Dienstleistungsbetrieben mit einem potentiellen Anspruch, vorsorglich einen Antrag für die Jahre ab 2012 einzubringen.

  1.5

Wertpapiere für die Pensionsrückstellung

Zum Ende des Wirtschaftsjahres müssen für steuerliche Pensionsrückstellungen bestimmte Wertpapiere und/oder Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen im Nennbetrag von 50 % des vorjährigen Rückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein und idR bis zum nächsten Bilanzstichtag gehalten werden.

TPA Tipp zur Finanzierung der Abfindung

Wird der Pensionsanspruch mit einem Einmalbetrag unterjährig abgefunden, dann können Sie zur Finanzierung der Abfindung die jeweiligen Wertpapiere auch unterjährig verkaufen.

TPA Tipp zur Erstellung des Jahresabschlusses

Für weitere Fragen zur Erstellung des Jahresabschlusses und zur Bilanzierung siehe unseren Folder Geschäftsführer und Jahresabschluss

  1.6

Steuersparen bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen optimieren, indem sie Betriebsausgaben vor dem 31.12.2017 bezahlen, diverse Vorauszahlungen leisten (gewisse Einschränkungen sind dabei zu beachten), bzw. Rechnungen an ihre Kunden erst am 31.12.2017 legen. (Potentielle) Kleinunternehmer sollten auch die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze von grundsätzlich jährlich EUR 30.000 (Netto-Grenze) im Auge behalten.

TPA Tipp zum Einnahmen-Ausgaben-Rechner

Beachten Sie jedoch die 15-tägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben.

  1.7

Spenden steuerlich absetzbar

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis höchstens 10 % des steuerlichen Gewinnes des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar, darüberhinausgehende Betriebs- und Privatspenden können als Sonderausgaben abgesetzt werden, soweit sie – gemeinsam mit den Betriebsspenden – 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des BMF unter www.bmf.gv.at. Sonderregelungen bestehen im Zusammenhang mit Stiftungen.

TPA Steuertipps zum Spenden

Geld- und Sachspenden in Katastrophenfällen können steuerlich ohne 10%ige Höchstbegrenzung als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn sie mit einem Werbeeffekt verbunden sind. Achten Sie daher auf die entsprechende Dokumentation – etwa durch Berichte in Zeitungen, Websites, Fotos etc.

  1.8

Meldepflichten für Neue Selbständige

Neue Selbständige müssen ein Überschreiten der Versicherungsgrenzen melden, sonst kommt ein Strafzuschlag von 9,3 % zur Anwendung. Das Überschreiten muss dabei innerhalb von 8 Wochen nach Ausstellung des Einkommensteuerbescheides gemeldet werden.

TPA Tipp für Neue Selbstständige

2016 wurden die Versicherungsgrenzen für neue Selbständige vereinheitlicht. Die Grenze ist – unabhängig davon, ob weitere Beschäftigungen vorliegen – einheitlich die zwölffache Geringfügigkeitsgrenze (2017: EUR 5.108,40/Jahr; 2018 voraussichtlich EUR 5.256,60/Jahr).

  1.9

Nachzahlung GSVG

Die Finanz anerkennt bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern eine „Vorauszahlung“ von GSVG-Beiträgen, wenn diese in ihrer Höhe der voraussichtlichen Nachzahlung für das betreffende Jahr entsprechen. Es besteht auch die Möglichkeit, die vorläufige Beitragsgrundlage teilweise oder gänzlich bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen.

TPA Tipp zu GSVG-Nachzahlungen

Rechnen Sie bei der SVA mit einer Nachzahlung, können Sie durch Leistung einer „freiwilligen“ Vorauszahlung Ihren Gewinn reduzieren.

  1.10

Wahlfreiheit zwischen Gewinnausschüttung und Einlagenrückzahlung

Das Wahlrecht zwischen Einlagenrückzahlung und KESt-pflichtiger Gewinnausschüttung kann klare Vorteile bringen. Voraussetzung für eine KESt-freie Einlagenrückzahlung ist ein Guthaben auf dem entsprechenden Einlagen-Evidenz-Subkonto. Voraussetzung für eine Gewinnausschüttung ist eine positive Innenfinanzierung, außer es gibt kein Guthaben auf dem Einlagen-Evidenz-Subkonto. Die neuen Evidenzierungspflichten sind daher besonders zu beachten.

TPA Tipp zu Einlagenrückzahlungen

Einlagenrückzahlungen sind KESt-frei und beim Empfänger steuerfrei, soweit er positive steuerliche Anschaffungskosten hat.

TPA Tipp für Rechtsformoptimierung

Weitere Informationen betreffend Rechtsformoptimierung:

  1.11

Ausweitung der Kleinunternehmerbefreiung in der Umsatzsteuer

Die Kleinunternehmerbefreiung kann grundsätzlich in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz im Jahr nicht mehr als EUR 30.000 (netto) beträgt. Bisher mussten zur Berechnung der Umsatzgrenze sowohl steuerpflichtige als auch steuerfreie Umsätze herangezogen werden. Seit 1.1.2017 sind einige steuerfreie Umsätze davon ausgenommen, beispielsweise sind folgende Umsätze für die Umsatzgrenze nicht mehr zu berücksichtigen:

  • Umsätze von Privatlehrern an öffentlichen Schulen;
  • Sonstige Leistungen, die Zahntechniker im Rahmen ihrer Berufsausübung erbringen;
  • Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Dentist, Psychotherapeut oder Hebamme im Zuge der Berufsausübung erbracht werden.

2.   Dienstgeber und Dienstnehmer

  2.1

Beschäftigungsbonus

Im Austria Wirtschaftsservice-Gesetz ist die gesetzliche Grundlage des Beschäftigungsbonus zu finden. Der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ist ermächtigt, eine Richtlinie für die Abwicklung des Bonus zu erlassen. Die Förderung wird über das AWS abgewickelt,

Weitere Details zum Beschäftigungsbonus in Österreich finden sich unter

  2.2

Arbeitnehmerveranlagung

Der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung 2012 kann bis zum 31.12.2017 gestellt werden, die Frist läuft mit Jahresende ab.

TPA Tipp zur Arbeitnehmerveranlagung

Auch wenn noch einige Belege fehlen, stellen Sie den Antrag, fehlende Unterlagen können nachgereicht werden.

  2.3

Jahressechstel

Wenn Sachbezüge vorliegen oder bestimmte Entgelte (zB Überstundenzuschläge) nur zwölf Mal pro Jahr ausbezahlt werden, wird das Jahressechstelmit dem 13. und 14. Gehalt bzw. Lohn nicht zur Gänze ausgeschöpft.

TPA Tipp zum Jahressechstel

Für eine Prämie in Höhe des noch nicht ausgenützten Jahressechstels würde in solchen Fällen die begünstigte Besteuerung für Sonderzahlungen zur Anwendung gelangen. Sonderzahlungen sind bis zu einem Betrag von höchstens EUR 25.000 (nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen) mit 6 % steuerbegünstigt, darüber hinaus fällt die sog. Solidarabgabe an.

  2.4

Mitarbeiterrabatte

Mitarbeiterrabatte sind steuerfrei, wenn sie vom Arbeitgeber angebotene Waren (und Dienstleistungen) betreffen und:

  • allen Mitarbeitern (bzw. einer bestimmten Gruppe) gewährt werden, und
  • im Einzelnen 20 % nicht übersteigen, oder
  • bei Übersteigen von 20 % die Freigrenze von EUR 1.000 pro Mitarbeiter und Jahr nicht überschreiten.

Diese Mitarbeiterrabatte sind ebenso von Sozialversicherung, Dienstgeberbeitrag, Dienstgeberzuschlag und Kommunalsteuer befreit.

TPA Steuertipp zu Mitarbeiterrabatten

Bei befreiten Mitarbeiterrabatten entspricht das vom Dienstnehmer bezahlte Entgelt dem umsatzsteuerlichen Normalwert, sodass der Rabatt auch umsatzsteuerfrei ist.

  2.5

Mitarbeiterrbeteiligungen

Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers besteht ein Freibetrag pro Mitarbeiter von EUR 3.000 (seit 2016). Auch dieser Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe zukommen, und die Beteiligung muss länger als fünf Jahre gehalten werden. Ab 2018 kommt es hier zu einigen Änderungen.

  2.6

Modell 186 – Weihnachtsgeschenke und Betriebsveranstaltungen

Geschenke an Mitarbeiter sind bis zu einem Freibetrag von EUR 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt.

Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig.

TPA Steuertipp zu Weihnachtsfeiern

Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (zB Weihnachtsfeier, Betriebsausflug) gibt es pro Mitarbeiter und Jahr zusätzlich einen Steuerfreibetrag von EUR 365.

  2.7

Zuschuss für Kinderbetreuung

Zuschüsse des Arbeitgebers können unter bestimmten Voraussetzungen bis EUR 1.000 pro Kind und Kalenderjahr steuer- und beitragsfrei an alle Dienstnehmer oder Gruppen von Dienstnehmern geleistet werden.

  2.8

Pendlerpauschale & Pendlereuro

Bei einem Dienstnehmer werden die Pendlerpauschale und der Pendlereuro üblicherweise laufend in der Lohnverrechnung berücksichtigt.

TPA Tipp zur Berechnung Pendlerpauschale

Ist dies nicht der Fall oder ist der Dienstnehmer der Ansicht, dass das Ergebnis des Pendlerrechners nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, so kann er die Pendlerpauschale inkl. Pendlereuro im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung beantragen und neu berechnen.

TPA Tipp zur Pendlerpauschale und Pendlereuro

Auch Teilzeitkräfte, die nur an einem oder zwei Tagen pro Woche zur Arbeit fahren, können eine (anteilige) Pendlerpauschale beantragen.

  2.9

Privatnutzung des arbeitgebereigenen Kraftfahrzeugs

Besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit, das Firmen-KFZ auch für Privatfahrten zu nutzen, so ist dafür ein Sachbezug von 2 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ (höchstens EUR 960 pro Monat) anzusetzen. Liegt der CO2-Emissionswert des KFZ bei höchstens 124 g/km (Grenzwert bei Anschaffung im Jahr 2018), so beträgt der Sachbezug weiterhin 1,5 % der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ (höchstens EUR 720 pro Monat).

TPA Tipp zur Neuanschaffung eines Firmenautos

Eine Neuanschaffung des Firmen-KFZ kann zur Verringerung des Sachbezugswertes führen.

TPA Steuertipp zum Sachbezug von Elektroautos

Seit 2016 liegt der Sachbezug für E-Autos (ohne CO2 Ausstoß) bei „Null“, der geldwerte Vorteil muss in der Steuererklärung nicht angegeben werden. Überdies ist auch das Gratis-Stromtanken in der Firma nicht steuerpflichtig.

Weitere Informationen zu Sachbezügen und Elektroautos

3.   Alle Steuerzahler

  3.1

Kirchenbeitrag

Der steuerlich absetzbare Höchstbetrag für einen bezahlten Kirchenbeitrag beträgt EUR 400.

TPA Steuertipps zum Kirchenbeitrag

Wenn Ihre Zahlungen 2017 den Höchstbetrag noch nicht erreichen, können Sie den Restbetrag noch bis Ende 2017 ausschöpfen.

  3.2

Versicherungen

Die „Topf-Sonderausgaben“ insbesondere für freiwillige Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherungen, bestimmte Lebensversicherungen sowie Ausgaben zur Schaffung und Sanierung von Wohnraum wurden eingeschränkt und laufen aus.

TPA Steuertipp zu Versicherungen

Unverändert voll abzugsfähig sind zB Ausgaben für freiwillige Weiterversicherung, Nachkauf von Versicherungszeiten oder Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen.

  3.3

Außergewöhnliche Belastungen

Außergewöhnliche Belastungen können nur im Jahr der Zahlung berücksichtigt werden und wirken sich idR nur dann aus, wenn der nicht abzugsfähige Sockelbetrag überschritten wird.

TPA Steuertipp zu Arztrechnungen

Vor allem hohe Arztrechnungen (zB Zahnarzt) sollten nicht in Raten auf mehrere Jahre verteilt bezahlt werden, da jedes Jahr der Sockelbetrag zu berücksichtigen ist. Wenn möglich, sollten hohe Rechnungen in einem Jahr bezahlt werden. In diesem Jahr sollten insb. auch alle anderen Arzt- und Apothekenrechnungen gesammelt werden, denn jeder Euro, der den Sockelbetrag überschreitet, wirkt sich steuermindernd aus.

TPA Steuertipp für (Ehe)Partner

Wenn Sie kein steuerpflichtiges oder ein geringeres Einkommen haben als Ihr (Ehe)Partner, so sollte dieser Ihre Arztrechnungen und Ihren Kirchenbeitrag zahlen; damit kann mit einer Steuererklärung Ihres (Ehe)Partners unter Umständen ein höherer Steuerspareffekt erzielt werden.

  3.4

Kinderfreibetrag

Pro Kind kann ein Freibetrag von EUR 440 pro Jahr geltend gemacht werden.

TPA Steuertipp für Eltern

Machen beide Elternteile den Freibetrag geltend, dann stehen beiden Einkommensbeziehern jeweils EUR 300 jährlich zu.

  3.5

Kinderbetreuungskosten absetzen

Kinderbetreuungskosten sind bis zu einem Betrag von EUR 2.300 pro Kind und Jahr abzugsfähig. Begünstigt sind Kinder bis zum 10. Lebensjahr (16. Lebensjahr bei einer Behinderung).

TPA Steuertipp zum Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag und die Kinderbetreuungskosten können nur im Wege der Einkommensteuererklärung bzw. Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden. Das Finanzamt ist bei der Absetzung von Kinderbetreuungskosten nicht mehr so streng wie am Anfang

  3.6

Elektronische Datenübermittlung bestimmter Sonderausgaben

Für bestimmte Sonderausgaben (Beiträge für eine freiwillige Weiterverrechnung oder einen Nachkauf von Versicherungszeiten, Kirchenbeiträge und Spenden an begünstigte Organisationen) wurde ab dem Jahr 2017 ein verpflichtender elektronischer Datenaustausch zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung eingeführt. Diese Sonderausgaben müssen nicht mehr vom Steuerpflichtigen selbst angegeben werden, sondern können nur abgesetzt werden, wenn die Daten von der empfangenden Organisation an die zuständige Abgabenbehörde übermittelt wurden. Von dieser Neuregelung sind nur Spenden aus dem Privatvermögen betroffen.

TPA Steuertipp zur elektronischen Datenübermittlung von Sonderausgaben

Die Datenübermittlung soll bis 28. Februar 2018 erfolgen. Stellen Sie daher rechtzeitig sicher, dass die empfangende Organisation die nötigen Daten hat (Vor- und Zunamen sowie Geburtsdatum

4.   Immobilien-Besitzer

  4.1

Immobilienertragsteuer („ImmoESt“)

Private Grundstücksveräußerungen sind mit der 30%igen ImmoESt (vor 2016: 25 %) steuerpflichtig. Ermäßigungen – häufig auf faktisch 4,2 % ImmoESt (vor 2016: 3,5 %) – bestehen insbesondere für sogenannte Altgrundstücke.

TPA Steuertipps zur Immobilienertragsteuer:

1. Steuertipp: Steuerfreiheit besteht unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise bei Verkauf des eigenen Hauptwohnsitzes oder von selbst hergestellten Gebäuden. Die ImmoESt muss idR gleich an den Notar bezahlt werden, der die Steuer an das Finanzamt abführt.

2.  Steuertipp: Ziehen Sie vor Verkauf Ihrer Immobilie Ihren Steuerberater / Ihre Steuerberaterin bei, oft können kleine Änderungen im Vertragswerk doch beträchtliche Steuerersparnisse bringen.

  4.2

Welche Investitionen im Immobilienbereich machen 2017 noch steuerlich Sinn?

Bei Investitionen in und Inbetriebnahme von Immobilien bis 31.12.2017 ist noch eine Halbjahresabschreibung möglich.

Weiters können Sie Vorauszahlungen auf laufende Reparaturen des kommenden Jahres tätigen und diese sofort absetzen.

Überdies können natürliche Personen betriebliche

■ Investitionen in Gebäude und

■ Herstellungsaufwendungen als Mieter für ein Gebäude

idR zur Deckung des Investitionserfordernisses für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen.

TPA Steuertipp

Bei hohen Gewinnen können Sie Steuern sparen, wenn Sie den Betrieb idR rückwirkend unter Anwendung des Artikel III UmgrStG in eine GmbH einbringen. Mit dem TPA Rechtsformrechner finden Sie rasch und einfach heraus, welche Rechtsform für Ihr Unternehmen steuerlich am günstigsten ist. (Aktualisierung Jänner 2017)

TPA Rechtsformrechner, Steuern sparen, Unternehmensgründung in Österreich, Vergleich Rechtsformen

  4.3

Abschreibungssätze neu

Die Abschreibungssätze für Gebäude des Betriebsvermögens betragen grundsätzlich:

■ Betriebsgebäude generell 2,5 %;

■ Gebäude für Wohnzwecke 1,5 %;

■ Gebäude für Wohnzwecke bei Baugenehmigung vor 1914 2,0 %.

 

  4.4

Grunderwerbsteuer NEU

Seit 2016 wird insbesondere bei unentgeltlichen Übertragungen sowie bei bestimmten Umgründungen der sog. „Grundstückswert“ als Bemessungsgrundlage herangezogen. Dieser kann auf drei verschiedene Arten ermittelt werden, wobei der Steuerpflichtige den günstigsten Wert wählen kann:

■ Summe aus dem anteiligen dreifachen Bodenwert und dem Gebäudewert abzüglich allfälliger Abschläge – maßgeblich ist hier die „Grundstückswertverordnung“;

■ Wert aus einem geeigneten Immobilienpreisspiegel abzüglich eines Abschlages;

■ Nachweis eines geringeren Wertes durch ein Sachverständigen-Gutachten.

Einzelheiten dazu mit nützlichen Informationen und Tipps rund um Immobilien & Steuern finden Sie auch in der TPA Broschüre „Das 1x1 der Immobilienbesteuerung“, die Sie kostenlos online bestellen können.

TPA Tipp zur Grunderwerbsteuer

Der Grundstückswert laut Verordnung wird – je nach Lage der Immobilie und anderer individueller Gegebenheiten – häufig unter dem Verkehrswert liegen. Planen Sie zB Schenkungen oder Umgründungen, so empfiehlt sich idR die Ermittlung des Grundstückswerts Ihrer Immobilien laut Verordnung. TPA unterstützt Sie gerne.

TPA Tipp für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke

Bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken wird unverändert an den einfachen Einheitswert angeknüpft. Dies gilt auch, wenn diese Grundstücke im Zuge einer Umgründung im Sinne des Umgründungssteuergesetzes übertragen werden.

  4.5

Unentgeltliche Übertragung von Liegenschaften im Familienverband unter Zurückbehalt des Fruchtgenussrechtes

Um gegen allfällig künftige Erbschafts- und Schenkungssteuern vorzubeugen, besteht auch die Möglichkeit der Schenkung von Liegenschaften unter Zurückbehalt des Fruchtgenusses, dh. die Einkünfte bei vermieteten Liegenschaften bleiben beim Geschenkgeber, das zivilrechtliche Eigentum geht auf den Geschenknehmer über.

TPA Steuertipp zum Fruchtgenussrecht

Durch Zahlung für Substanzabgeltung in Höhe der AfA vom Fruchtgenussberechtigten an den Eigentümer kann ein Entfall der bisherigen Abschreibung des Gebäudes verhindert werden.

  4.6

Verlustausgleich bei Grundstücksveräußerungen

Verluste, die aus dem Verkauf von im Privatvermögen gehaltenen Grundstücken entstehen, werden auf 60 % gekürzt und – grundsätzlich auf 15 Jahre linear verteilt – mit Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung ausgeglichen.

TPA Steuertipps bei Verlusten bei Grundstücksverkäufen

1. Steuertipp für Vermieter & Verpächter: Auf Antrag in der Steuererklärung kann der gekürzte Verlust sofort im Entstehungsjahr voll abgesetzt werden. Dies kann bei sehr hohen laufenden Einkünften aus Vermietung und Verpachtung vorteilhaft sein.

2. Steuertipp zu Verlustausgleichen: Im betrieblichen Bereich sind im Anwendungsbereich der ImmoESt solche Verluste mit Einkünften aus Zuschreibungen oder Veräußerungen von Grundstücken desselben Betriebes zu verrechnen. Bleiben dennoch Verluste übrig, können 60 % (vor 2016 nur 50 %) dieses Verlustüberhangs mit anderen Einkünften ausgeglichen werden. Ist ein Verlustausgleich nicht oder nur teilweise möglich, wird ein Verlustüberhang zu einem Verlustvortrag.

  4.7

Befreiungen von der Grunderwerbsteuer

Werden Grundstücke bei der Unternehmensnachfolge als Teil eines Betriebes, Teilbetriebes oder Mitunternehmeranteiles von einer natürlichen Person unentgeltlich erworben, kann für die Grunderwerbsteuer unter bestimmten Voraussetzungen ein Freibetrag von bis zu EUR 900.000 (für Gewerbebetriebe) geltend gemacht werden. Weiters erfolgt eine „Deckelung“ der GrESt mit 0,5 % vom Grundstückswert.

TPA Steuertipp zur Grunderwerbsteuer

Im Falle der Schenkung muss der Übergeber insbesondere entweder das 55. Lebensjahr vollendet haben oder erwerbsunfähig sein. Der Erwerb von Todes wegen ist unabhängig vom Alter des Erblassers begünstigt.